Angebot von Post, Teach First und Kinder- und Jugendstiftung zum zweiten Mal in Höxter
Höxter. Derzeit sind zwar Sommerferien, doch nur rumlungern sollen die Schüler auch nicht. Zumindest nicht im Camp4us in der Jugendherberge in Höxter. 52 Mädchen und Jungen aus ganz NRW entdecken dort derzeit ihre Stärken.
"Wir wollen Lernfreude wecken und füttern. Deshalb schauen wir nicht auf die Schwächen der Jugendlichen, sondern auf das, was sie können", beschreibt Frauke Langhorst das Konzept des Feriencamps. Langhorst arbeitet für die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung, die zusammen mit der Deutschen Post und der Bildungsinitiative Teach First Deutschland das Camp bereits im zweiten Jahr auf die Beine gestellt hat. Neben Höxter gibt es auch noch ein Camp in Silberborn, eins in Bonn und zwei in der Nähe von Bremen.
Überall stellen die Schüler ihr handwerkliches, planerisches und kreatives Geschick unter Beweis. In der Höxteraner Jugendherberge wird in fünf Projekten gearbeitet. Eine Gruppe renaturiert einen Gartenteich, eine andere gestaltet das Gelände teilweise neu, die dritte Gruppe macht "Jagd auf Mr. Höx" in einer Geocaching-Aktion, die vierte Gruppe stellt ein märchenhaftes Theaterstück auf die Beine und die fünfte Gruppe widmet sich dem Bereich Medien und erstellt unter anderem eine Camp-Zeitung.
Einmal lächeln, bitte | FOTO: JULIA RENNER
52 Jugendliche zwischen zwölf und 16 Jahren sind noch bis Dienstag am Werk. Die Teilnehmer sind mit Spaß dabei. "Wir werden einen kleinen Sandstrand am Teich anlegen und im Teich auch Tiere wie Molche ansiedeln", erzählt der 13-jährige Florian aus Düsseldorf, während seine Mitstreiter das Loch, in dem später mal der Teich plätschern soll, ausheben.
Lukas, Cedric, Dennis, Andrej und Luca haben eine Holztreppe an einem Hang angelegt. Gefilmt und fotografiert werden sie dabei von Sebastian (15) und Destn-Ron (13). Sie stellen für das Medien-Projekt nicht nur eine Zeitung, sondern auch einen Film zusammen.
Für die jungen Leute steht sicherlich hauptsächlich der Spaß im Vordergrund, für die Macher des Projekts ist es die Auseinandersetzung mit der Zukunft und der späteren Berufsplanung. So haben die Mädchen und Jungen zu Beginn des Camps einen Einschätzungs- und einen Orientierungsfragebogen ausgefüllt.
Begegnung auf Augenhöhe
Trotz des Bekanntwerdens der Missbrauchsfälle bei einer Jugendfreizeit in Holland, ist Missbrauch kein Thema beim Camp in der Jugendherberge. "Für die Freizeiten werden durch uns gezielt pädagogische Fachkräfte ausgewählt, die in mehreren Workshops nochmal besonders geschult werden", sagt Frauke Langhorst von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung in Berlin. "Teamleiter und Teilnehmer begegnen sich in den Camps auf Augenhöhe. Die Kinder würden es deshalb sofort sagen, wenn etwas passieren würde."
In der Projektphase soll nicht nur an der Umweltbildung, der Sprache und den handwerklichen Kenntnissen der Kinder gearbeitet werden. "Wir wollen auch das methodische Wissen stärken", sagt Frauke Langhorst. "Die Kinder sollen lernen, wie sich ein Problem lösen lässt und wie sie Schritt für Schritt zum Ergebnis kommen." Dieses Wissen sollen die Teilnehmer nach den Ferien auch mit in die Schule nehmen. "Nach der Arbeit sollen die Jugendlichen sehen, dass sie etwas geschafft haben", sagt Detlev Steinebach, bei der Post Leiter des Projektes Camp4us. "Und so auch selbstbewusster werden."
Für Destn-Ron und Sebastian aus der Mediengruppe steht schon fest, was sie beruflich später nicht machen wollen: Filmen und fotografieren. "Das ist uns zu langweilig, wir wollen etwas mit Action machen."