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31.07.2010
KREIS HÖXTER
Beverungen prüft juristische Schritte
Kritik an geplanter Abwasserleitung von Kali und Salz / Einleitung von 500.000 Kubikmeter Salzlauge geplant
VON DAVID SCHELLENBERG

Wenig erfreut | FOTO: NW

Kreis Höxter. Nach massiver Kritik aus Niedersachsen an den Plänen des Düngemittelherstellers Kali und Salz, eine 63 Kilometer lange Abwasserleitung von Fulda bis zur Werra bei Philippsthal zu bauen, erwägt auch die Stadt Beverungen juristische Schritte.

"Wir werden prüfen, ob dieses Projekt negative Auswirkungen auf die Salzkonzentration in der Weser und damit beispielsweise auf die Flussauen hat", sagt Beverungens Bürgermeister Christian Haase auf NW-Anfrage. Wie schon in der Vergangenheit wolle die Stadt gemeinsam mit Holzminden und Boffzen zunächst intern prüfen, welche Folgen die Pipeline hätte, durch die jährlich 500.000 Kubikmeter Salzabwässer in die Werra gepumpt werden sollen, die der Regen von einer riesigen Abraumhalde in Neuhof schwemmt. Wenn die Städte eine persönliche Betroffenheit belegen können, will Beverungen auch einen Anwalt einschalten. Zurzeit wird die Salzlauge mit bis zu 200 Lkw täglich nach Philippsthal gefahren und in die Werra gekippt.

Die Pläne des Kasseler Konzerns K + S sollen ab Mitte August auch in den Rathäusern in Beverungen und Höxter ausliegen, weil sie mittelbar Betroffen sind. "Wann und wo sie genau einsehbar sind, werden wir noch bekannt geben. Dann hat jeder Bürger die Möglichkeit, Einspruch zu erheben", sagt Haase. Experten der Genehmigungsbehörde, dem Regierungspräsidium in Kassel, rechnen mit erheblichem Widerstand. Auch Haase lehnt die Pläne von K + S in dieser Form ab. "Ich kann derzeit nicht erkennen, dass es ein Gesamtkonzept gibt, das Problem der Salzeinleitung zu lösen", sagt der Verwaltungschef und kündigt an: "Wir werden uns dagegen wehren." Es sei jetzt wichtig, immer wieder kleine Nadelstiche zu setzen. Auch das niedersächsische Umweltministerium und die Grünen hatten die Kurzpipeline scharf kritisiert.

Haase verweist auf den Runden Tisch Werra und Weser aus Experten und Politikern, der nach zweijähriger Diskussion im Februar zu dem Schluss kam, dass die Salzeinleitung in Werra und Weser bis 2020 vollständig beendet werden müsse. Stattdessen schlug das Gremium dem Unternehmen vor, eine 500 Millionen Euro teure Pipeline zur Nordsee zu bauen.

"Ich habe den Eindruck, dass seitdem nichts mehr passiert ist", ärgert sich Haase. Dabei werde das Thema jetzt richtig akut. Die Verantwortung, die Pläne des Runden Tisches umzusetzen, sieht er bei den Landesregierungen von Thüringen und Hessen. Die dürften keine weiteren Genehmigungen an Kali + Salz für die Einleitung erteilen, um so den Druck auf das Unternehmen zu erhöhen. Dieses hatte unlängst angekündigt, eine geplante Eindampf-Anlage zur Verringerung von Salzlauge aus Kostengründen doch nicht bauen zu wollen.


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