Ab März 2011 sollen Bürgerjobs Langzeitarbeitslosen den Weg in eine feste Arbeitsstelle ebnen
Höxter. Die Idee des Modellprojekts "Bürgerarbeit" klingt vielversprechend. Langzeitarbeitslose sollen gemeinnützige Arbeiten übernehmen, die bisher nicht erledigt worden sind. Das bedeutet: Die Arbeitslosen finden Beschäftigung und die Allgemeinheit profitiert gleich mit. Das bundesweite Programm ist nun auch im Kreis Höxter angelaufen, wie die Arge Höxter auf Anfrage der Neuen Westfälischen berichtet.
90 Kunden wurden von der Arge im Kreis Höxter bereits aktiviert, insgesamt sollen es aber 500 werden. 100 von ihnen sollen dann später in den Bürgerjobs aktiv werden. Maximal drei Jahre lang können die gemeinnützigen Tätigkeiten von einer Person ausgeübt werden.
Tanja Hartmann, stellvertretende Geschäftsführerin der Arge Höxter, erklärt: "Manche unserer Kunden brauchen den Platz aber vielleicht nur für ein Jahr, sodass die Plätze dann doppelt besetzt werden können." So sollen im Kreis Höxter 100 Personen auf 50 Bürgerarbeitsplätze kommen.
Zunächst beginnt für die 500 infrage kommenden Personen allerdings eine sechsmonatige Aktivierungsphase. Die eigentlichen Bürgerjobs starten erst im März 2011. Bis dahin soll ein erheblicher Teil der Leistungsbezieher allerdings wieder einen Job haben.
"Wir hoffen, dass von den 500 aktivierten Kunden viele in dieser Zeit schon durch unsere Maßnahmen wieder in den Arbeitsmarkt zurück finden", berichtet Thomas Stock, Teamleiter der Arge und Verantwortlicher für das Projekt. "Erst wenn das alles nicht gegriffen hat, kommt die Option Bürgerarbeit ins Spiel", so Stock. Diese gemeinnützigen Jobs sollen den Langzeitarbeitslosen helfen, wieder zu einem geregelten Leben zurück zu finden.
Martin Schoppmeier, Geschäftsführer der Arge Höxter betont, dass es sich bei den Beschäftigungen immer um zusätzliche und gemeinnützige Arbeiten handle. Es sollen keine anderen Arbeitsplätze verdrängt, sondern Arbeiten verrichtet werden, die sonst nicht erledigt worden wären. So könnten die Beschäftigten unter anderem ältere Menschen oder Personen mit Behinderung betreuen, Tätigkeiten in der Kinder- und Jugendbetreuung übernehmen oder für Ordnung und Sauberkeit im öffentlichen Raum sorgen.
"Im Bereich Umwelt-, Natur- und Gewässerschutz sind bereits drei feste Arbeitsplätze in Sicht", berichtet Martin Schoppmeier. "Ansonsten sind wir im Gespräch mit den Bürgermeistern der Städte, der Kreisverwaltung und den Wohlfahrtsverbänden", fügt er hinzu.
Interesse an den Jobs sei im Kreis Höxter auf jeden Fall da, berichtet Tanja Hartmann. "Manche Kunden haben sogar ganz gezielt danach gefragt, weil sie gerne an dem Programm teilnehmen möchten", sagt sie. "Aber man kann sich natürlich nicht als Bürger bewerben. Wir schauen, was in die Konzeption passt und danach wird ausgewählt." Die Arge Höxter wird für den Modellversuch vor allem Langzeitarbeitslose im Alter zwischen 18 und 49 Jahren wählen. "Wir haben für uns festgelegt, als erstes Personen mit Migrationshintergrund oder gesundheitlichen Einschränkungen aus unserem Kundenkreis auszusuchen", sagt Martin Schoppmeier.