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14.09.2010
HÖXTER
Baptisten wollen nicht mit Muslimen beten
Religionszwist bei Planung des Gedenkens an Explosions-Opfer

Höxter (bat). Unter dem Motto "Christen beten für ihre Stadt" veranstaltet die ökumenische Arbeitsgemeinschaft Höxter in jedem Jahr am 19. September einen Gebetsgottesdienst im Historischen höxteraner Rathaus, im Gedenken an die Todesopfer und Verletzten der Explosionskatastrophe vom 19. September 2005.

"Doch nicht alle Bürger der Stadt sind Christen aber wir wollen auch unsere muslimischen Mitbürger zu dieser Gedenkstunde einladen", sagt der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft, Pastor Joachim Schmidt. Darum ist das Motto der ökumenischen Gedenkstunde in diesem Jahr in "Bürger beten für ihre Stadt" geändert worden.

"Schließlich sind Muslime nicht nur ebenfalls Bürger der Stadt, sondern sie richten ihre Gebete auch an den gleichen Gott wie Christen und Juden. Und die Gebete um den Erhalt des Lebens und des Friedens dürften sich kaum von denen der christlichen Kirchen unterscheiden", betont Pastor Schmidt. Am Sonntag, 19. September, 17 Uhr, findet die an Christen und Muslime gerichtete Gedenkstunde im Höxteraner Historischen Rathaus statt. Allerdings ohne die Teilnahme der beiden Höxteraner evangelisch-freikirchlichen Gemeinden.

Muslimin wollte sofort mitmachen

Die Baptisten wollen offensichtlich nicht mit Muslimen zusammen beten. "Als ersten Schritt hatte sich eine Bürgerin muslimischen Glaubens zur Mitwirkung bereit erklärt. Ich bin sehr enttäuscht, dass die evangelischen Freikirchler darin einen Grund gesehen haben, ihre Mitwirkung in diesem Jahr abzusagen. Ich bin aber zuversichtlich, dass sie im nächsten Jahr wieder mit dabei sind", sagt Pastor Joachim Schmidt. Seitens der Baptisten war gestern keine Stellungnahme erhältlich.

Nach einer Begrüßung durch den Bürgermeister wird Pfarrer Dieter Maletz von der evangelischen Kirchengemeinde eine Ansprache halten. Aller Bürger und Gäste der Stadt sind zur Teilnahme an dem Gebetsgottesdienst am Sonntag isn Historischen Rathaus eingeladen.


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Kommentare
Karl Marx ist Zerstörung des Volkes!
Übrigens: Religion vielleicht, Glaube allerdings nie!

@EineTolerante: Dein Motto ist übrigens biblisch, von daher bist du gar nicht so unreligiös... (Matthäus 7). Ansonsten ist es doch klar: Wer seinen Glauben ernst nimmt, wird sich nicht in einer ökumenischen Veranstaltung sehen lassen, wer allerdings Kompromisse macht (Ökumene, Bibelkritik, etc.) muss sich allerdings die Frage nach der Sinnhaftigkeit seines Tuns stellen lassen. Wer Gottes Allmächtigkeit bzw. Unfehlbarkeit anzweifelt, zerstört den ganzen Gott. DIe Folge lautet: Ganz oder Gar nicht!

So weit ist es schon. Das nennt sich dann Ökumene. Wer behauptet, dass Christen und Muslime zu dem selben Gott beten, hat sich nun wirklich nicht mit dem Thema beschäftigt. Um so trauriger ist es, dass dieses Statement von einem Pastor kommt. Lasst uns doch einfach mal mit allen Religionen hinsetzen und uns eine gemeinsame Schrift erstellen. Danach können wir die Bibel, Koran etc wegschmeißen.
Tut mir Leid, aber was unter dem Deckmantel Ökumene getrieben wird ist nur noch traurig.

Christen und Nichtchristen können nicht gemeinsam zum gleichen Gott beten, da sie nichtbeide den "gleichen" Gott haben. Auch diese "modernen" Christen, die ökomenische Gottesdienste durchführen, sind vom richtigen Wege abgekehrt, denn ein gläubiger Protestant hat nichts gemein mit einem Katholiken. Martin Luther würde wieder Thesen an der Wittenberger Kirchentür anschlagen, diesesmal gegen den "falschen Geist" in der Evangelischen Kirche.

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Ich habe die 7 Seiten Kommentare gelesen. Interessant, aber wenig qualifizierte Sachkenntnis.
Zur Sache: In dem Arbeitskreis wurde vereinbart, dass es keine gemeinsamen Gebete von Christen und Muslimen geben soll, aber beide Religionen in einer gemeinsamen Veranstaltung ein Gebet sprechen sollen. Anliegen sind Gedenken, Frieden, Toleranz, Anerkennung der Religionen und ernsthaften Gottesfurcht. Der "gleiche" Gott ist grammatikalisch falsch ausgedrückt. Es geht um "denselben". Wenn es nur einen Gott gibt, kann es nur derselbe sein. Muslime und Juden wie Christen haben aber sehr unterschiedliche Vorstellungen von ihrem Gottesbild und alle legen Wert darauf, dass es keine Verwechslungen und Vermischungen gibt. Es kommt allen darauf an, ihre Vorstellungen zu vertreten - aber ohne Gewalt.
Die Kirchen und Muslime werden sicher Gelegenheiten bieten, sich näher und sachgemäßer zu informieren.
Ein anonymes Forum ist aber auch eine gute Möglichkeit des Gesprächs.



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