Höxter (NW/BH). Der 17 dicke Aktenordner umfassende Antrag Kali-und-Salz-AG (K+S) über eine Salzpipeline von Neuhof-Ellers nach Philippsthal liegt noch bis zum 22. September in den Wesergemeinden aus. Ziel des Antrages ist es, eine dauerhafte Genehmigung für die Einleitung zusätzlicher 1,4 Millionen Kubikmeter Kalilauge in die Werra und damit in die Weser zu erhalten.
"Mit der Salzlauge gelangen Magnesium, Kalium und andere Stoffe in den Fluss, und das bedeutet auf unabsehbare Zeit eine erhebliche Einschränkung für das Leben in Werra und Weser", befürchtet Christian Schneider aus Höxter vom Verein Lebendige Weser: "Weserwasser ist für badende Menschen nicht gefährlich, aber als Lebens- und Nahrungsraum für viele Kleinlebewesen und Fische."
Schneider und Hans Peter Sawatzki aus Holzminden fordern die Menschen auf, sich über die Ländergrenzen hinweg für eine lebendige Weser einzusetzen. "Senden Sie der Genehmigungsbehörde Regierungspräsidium Kassel eine schöne Ansichtskarte aus Ihrer Weserstadt", animiert der Rechtsanwalt die Anrainer der Weser.
Angler verzichten daher beispielsweise auf den Besatz mit jungen Lachsen, weil die Fische nicht zurückkommen. Es gibt keine Rückkehrmöglichkeit in Laich- und Aufwuchsgebiete in reinen Bächen entlang der Weser, die Salzsperre hindert sie daran.
"Wenn dem Antrag von K + S vom Regierungspräsidenten Kassel mit Werten aus der Kriegszeit stattgegeben wird, dann gibt es in den kommenden Jahren keine, später nur geringe Verbesserungen", mahnt Karsten Otte als Sprecher der Bezirkskonferenz Naturschutz an. "Die 200 Meter hohe Kalihalde in Hessen auf bisher über 40 Hektar Fläche wird erst in Jahrhunderten abgebaut sein. Erheblich belastetes Regenwasser und Abwasser aus der Produktion mit viel zu hohen Schadstoffbelastungen werden in die Werra und dann in die Weser geleitet."
"Dies muss und kann verhindert werden", sind sich die Akteure einig. Gleichzeitig könnten trotzdem die Arbeitsplätze im Kalibergbau und das Unternehmen K + S wirtschaftlich gesichert werden.
"Weser ist Aushängeschild für die Region"
"Als Steuerzahler haben wir bisher mit viel Geld in den Wesergemeinden dazu beigetragen, dass für unsere Klärwerke die zu Recht strengen Werte bei der Einleitung in die Weser eingehalten werden", stellt Sawatzki fest.Eine lebendige Weser als herausragendes Aushängeschild für die Weserregionen, für den Weserradweg müsse geschaffen werden. Peter Sawatzki formuliert, was die Bürger tun können: "Kaufen Sie eine Ansichtskarte von Ihrem Wohn- oder Aufenthaltsort. Schreiben Sie Ihre Meinung zu dem Vorhaben von K+S. Senden Sie die Karte mit einer 45-Cent-Marke an die Genehmigungsbehörde RP Kassel: Regierungspräsidium Kassel, Steinweg 6, 34112 Kassel.
Weitere Informationen zur Versalzung und zur Protestaktion gibt es im Internet: www.lebendige-weser.de

















