Steinheim/Warburg. Der Steinheimer Landmaschinenhändler Ottomeyer, der in der Emmerstadt auch eine Garten-sparte betrieben hat, ist insolvent. Wegen Zahlungsunfähigkeit bestimmte das zuständige Amtsgericht Paderborn den Rechtsanwalt Frank Kebekus zum Insolvenzverwalter. Nicht betroffen von der Pleite ist der vor fast drei Jahren in Steinheim ausgegliederte Landmaschinenhandel "Ottomeyer-Schmücker-Geringhoff" (OSG) sowie Ottomeyer-MV.
Mit langer Geschichte
Die Geschichte von Ottomeyer in Steinheim begann nach Angaben des Unternehmens 1888 mit dem Kauf des ersten Lanz Dreschsatzes. 1957 wurde eine Filiale Beverungen und 1967 eine Hohenwepel (Warburg) eröffnet. Gleich nach dem Mauerfall eröffnete Ottomeyer weitere Niederlassungen in Ostdeutschland oder übernahm sie. 2002 wurde der Stammsitz Steinheim umfassend umgebaut.(das)
Den Insolvenzantrag hatten sowohl das Unternehmen als auch ein Gläubiger bereits im Juni gestellt. Jetzt hat das Amtsgericht das Insolvenzverfahren eröffnet. "Das Geschäft ist bereits geschlossen. Wir planen aber einen Abverkauf der Restposten", erklärte der Geschäftsführer Volker Sieland auf Anfrage der Neuen Westfälischen. Betroffen von der Pleite sind nach Angaben von Sieland 30 Mitarbeiter in Steinheim, Warburg und Bielefeld, von denen einige bereits einen neuen Job gefunden haben. "Wir hoffen, dass alle schnell eine neue Arbeit finden", so Sieland.
Bereits 2008 wurde die Steinheimer Landmaschinensparte vom Ottomeyer getrennt, um neben John-Deere-Produkten auch Maschinen von New Holland anzubieten. Der jetzt insolvente Vertrieb und Service von John-Deere-Produkten für Landtechnik wurde auf Neustadt (Brandenburg) mit mehreren kleineren Niederlassungen konzentriert. In Steinheim blieb jedoch der Bereich Rasen- und Grundstückspflegetechnik mit Niederlassungen in Warburg und Bielefeld.
Probleme mit der Vermarktung von John-Deere-Produkten hatte das Unternehmen nach Informationen der Tageszeitung Märkische Allgemeine schon länger. Bereits Ende Mai gab es Schlagzeilen, weil der Hersteller John Deere für Neustadt sämtliche Verträge gekündigt habe und die Maschinen abholen ließ. 80 Ottomeyer-Beschäftigte standen hier zwischenzeitlich vor dem Aus.
Nachdem Kebekus bereits im Insolvenzeröffnungsverfahren mit John Deere eine Einigung zur Lieferung von Ersatzteilen für alle Niederlassungen fand, konnte zumindest der Landtechnikservice für Erntezeit gesichert werden.
Inzwischen konnte der Insolvenzverwalter für die Brandenburger Standorte Käufer finden, die auch 47 der 80 Beschäftigten übernahmen. "Für die Betriebe in Nordrhein-Westfalen, also Steinheim, Bielefeld und Warburg, konnte kein Interessent gefunden werden, sodass eine Betriebsschließung erfolgen musste", erklärte Kebekus.