Steinheim. Es gibt doch noch ein Happy End am Gymnasium Steinheim im Kreis Höxter: Acht Wochen lang kämpften die Schüler für ihren Sport-Lehrer Dieter Müller. Sie erstellten eine Internetseite, sammelten Unterschriften, schrieben an die Bezirksregierung und protestierten mit Plakate – alles damit der engagierte Lehrer Dieter Müller nicht gehen muss. Der Einsatz der Schüler hat sich gelohnt: Am Donnerstag bekam Müller nun ein Einstellungs-Angebot der Bezirksregierung.
Nun muss nur noch der Personalrat zustimmen – dann bekommt Dieter Müller den endgültigen Vertrag der Bezirksregierung. Ein formaler Akt, ist sich Schulleiter Hermann Brak sicher: "Das Ganze ist fest. Sonst gäbe es kein Einstellungsangebot." Dieter Müller, der auch für die Neue Westfälische arbeitet, hat das Angebot jedenfalls sofort unterschrieben. Die Schule hat es abgeschickt.
Der Steinheimer, der Germanistik und Sport studiert hat, ist vor zwei Jahren als Seiteneinsteiger zum Gymnasium Steinheim gekommen. Dort hatte er zunächst Schwangerschafts- und Krankheitsvertretungen übernommen. Ende 2010 wurde dann für das Gymnasium Steinheim eine Stelle ausgeschrieben; und die war auch für Seiteneinsteiger geöffnet. Dieter Müller bewarb sich und wurde am 6. Dezember zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Kurz danach kam die positive Nachricht. "Ich habe gesagt bekommen, dass ich mit eindeutigem Votum zur Einstellung vorgeschlagen wurde", erinnert sich der 44-Jährige. Mitte Januar vermeldete die Bezirksregierung allerdings, aufgrund eines formalen Fehlers könne Müller nicht eingestellt werden.
Selbstläufer an der Schule
Entsetzt war darüber nicht nur der Steinheimer selbst, sondern vor allem seine Schüler. Die erstellten sofort die Internetseite "Dieter Müller muss bleiben", druckten 600 Plakate und sammelten über 500 Unterschriften. Begonnen haben den Protest Niclas Diedrich, Marius Müller, Nico Fröhlich, Aljoscha Rolf und Anna Stolte – aber das ganze wurde schnell zu einem Selbstläufer an der Schule. Schließlich berichtete sogar das Fernsehen über die Aktion.
Daraufhin wurde die Stelle erneut ausgeschrieben. Dieter Müller bewarb sich zum zweiten Mal, wurde zum Gespräch eingeladen und konnte das wieder positiv gestalten. Gestern kam nun das Einstellungs-Angebot. Läuft alles nach Plan, wartet auf den beliebten Lehrer ein Jahr der pädagogischen Einführung. Dabei wird sein Unterrichtspensum von 15 auf 25,5 Stunden pro Woche aufgestockt. Nach erfolgreichem Abschluss der Einführung erfolgt eine dauerhafte Übernahme in den Schuldienst.
Dieter Müller ist sich sicher, den positiven Ausgang hat er zum Großteil seinen Schülern zu verdanken. "Ich bin überzeugt, dass die Bezirksregierung das Ganze sonst nicht so schnell wieder aufgerollt hätte", sagt er mit Nachdruck.
Gratulationen für Müller
Die 15-Jährige Anna Stolte glaubt das auch. "Wir haben gezeigt, dass wir das nicht mit uns machen lassen. Und dadurch haben wir viel Aufmerksamkeit auf das Ganze gelenkt", sagt sie und freut sich. Am Gymnasium Steinheim ist man über die Entscheidung der Bezirksregierung jedenfalls erleichtert. Auf dem Flur schütteln einige Lehrer Dieter Müller schon die Hand und gratulieren. "Gut, dass es doch noch geklappt hat", sagen sie. Schulleiter Hermann Brak plant für seine engagierten Schüler nun eine Überraschung. "Ich werde sie nochmal persönlich loben und mir auch noch eine Kleinigkeit für sie überlegen", verspricht er. Was das ist, verrät er allerdings nicht.