Höxter/Beverungen. Heftiger Starkregen und Gewitter hielten die Feuerwehren in Höxter und Beverungen am Mittwochabend in Atem. Während in den Orten direkt an der Weser fast alle Einsatzkräfte im Einsatz waren, konnten die Wehren in den übrigen Städten in ihren Gerätehäusern bleiben.
Hochbetrieb in der Kreisleitstelle in Brakel. Im Minutentakt meldeten sich am späten Mittwochnachmittag verzweifelte Anwohner wegen vollgelaufener Keller und überfluteter Straßen. Dicke Äste hielten dem Sturm nicht stand .
Um 17.06 Uhr ging der erste Hilferuf aus Albaxen ein. Hier gab es vollgelaufene Keller in der Liboriusstraße, Am Kornbrink und Konrad-Reitz-Straße. Beim Ventilatorenhersteller Reitz setzte die Löschgruppe Albaxen eine Tauchpumpe ein – auch dort war der Keller vollgelaufen. In einem anderen Fall reichten den Einsatzkräften "Flitsche und Wischmopp", wie es im Feuerwehrbericht heißt.
Auch in die Höxteraner Innenstadt musste die Feuerwehr ausrücken: Hier lag auf der Martin-Luther-Straße ein größerer Ast auf der Fahrbahn. Hier reichte den Feuerwehrleuten eine Bügelsäge, um den Schaden zu beheben.
Anders in Lüchtringen: Hier standen in den Straßen Rosenkamp, Westfalenstraße, Augustastraße, Allenbergstraße, Braunschweiger Straße, Uhlandstraße, Am Haarborn, Karlstraße und Am Solling zahlreiche Keller und Garagen unter Wasser. Während das Wasser in vielen Fällen nur bis in Kniehöhe stieg, stand in der Straße Rosenkamp das Wasser in einer Garage 1,20 Meter hoch. Um die vielen Hilferufe zu bewältigen, wurden die Lüchtringer Einsatzkräfte vom Löschzug Höxter und der Löschgruppe Ottbergen unterstützt.
Die Landstraße 550 musste an der Abfahrt Lüchtringer Heide auf einer Länge von 50 Metern nach einem Erdrutsch von Geröll und Schlamm befreit werden. Um die überflutete Westfalen-Straße vom Wasser zu befreien, mussten zudem mehrere Gullideckel ausgehoben werden.
Besonders lang war der Einsatz in Stahle. Hier wurde die Feuerwehr zu acht Einsätzen gerufen – während viele andere Hausbesitzer selbst mit Eimern ihre Keller vom Wasser befreiten. Bei den Einsätzen in der Köterbergstraße, Twierweg und Johannes Priorstraße half auch die Löschgruppe Bödexen.
Später als in den anderen Ortschaften musste die Löschgruppe Ottbergen ausrücken: Kurz nach 20 Uhr wurden sie zur Landstraße 890 Richtung Bosseborn gerufen, weil ein großer Ast abgeknickt war. Dieser musste mit Hilfe der Drehleiter aus Höxter abgesägt werden.
Schon eine Stunde vor der Alarmierung in Höxter brach in Beverungen der Notstand aus. Um 15.57 Uhr ging der erste Notruf ein. Danach schlugen die Meldeempfänger im Minutentakt aus. 38 Einsätze mussten die Einsatzkräfte bewältigen. Vielen davon zeitgleich. Die Arbeiten zogen sich bis in den Abend hinein. Erst gegen 20 Uhr war der letzte Keller ausgepumpt.
Es war für die Freiwillige Feuerwehr ein für diese Region eher ungewöhnlicher Einsatz. Überflutete Straßen, überlaufende Kanäle, hoch gedrückte Gullydeckel sowie voll gelaufene Keller und Fahrstuhlschächte waren das Ergebnis des heftigen Unwetters. In der Kernstadt fielen in 45 Minuten etwa 50 Liter Wasser pro Quadratmeter. "Die Ortschaften waren zum Glück nicht so stark vom Regen betroffen. Die Unwetterschneise zog direkt über Beverungen und Lauenförde hinweg", berichtete Brandinspektor Karl-Heinz Dohmann, Zugführer des Beverunger Löschzuges der Freiwilligen Feuerwehr.
Somit konnten die Löschgruppen aus Amelunxen, Dalhausen, Drenke, Herstelle, Rothe, Tietelsen und Wehrden den Beverunger Löschzug unterstützen.
Mit Feuerlöschkreiselpumpen, Tauchpumpen und Wassersaugern zum Auspumpen von voll gelaufenen Kellern, zur Reinigung von Fahrbahnen sowie zur Sicherung von überfluteten Straßen waren dieHelfer im Einsatz. Auch neben der Biogasanlage Potthast musste die Feuerwehr mit Pumpen vorfahren, weil sich dort ein See entstanden war. Auf der Landesstraße 837 zwischen Amelunxen und Drenke befand sich Schlamm und Geröll auf der Straße.
Die Ortsfeuerwehr Lauenförde hatte sieben Einsätze, die dem Platzregen geschuldet waren. Vor allem im Wohngebiet Im Paeken/Wiesenstraße hatten die Anwohner mit voll gelaufenen Kellern zu kämpfen.