Wehrden/Höxter. "Big Jump" im kleinen Wehrden: 21 wagemutige Schwimmerinnen und Schwimmer aus Höxter und Umgebung stiegen am Sonntagnachmittag voller Elan in die Weserfluten und nahmen direkt vor der eigenen Haustür am europaweiten Flussbadetag teil. Damit mahnten sie auch den Schutz der heimischen Gewässer an.
Ein seltenes Bild bot sich den zahlreichen Wochenendradlern entlang der Weser. Gleich 21 in Neoprenanzügen gewandete Mädchen und Jungen, Männer und Frauen trieben inmitten des Flusses und hielten Kurs auf Höxter, begleitet von einem Boot der DLRG und zwei Teams der Tauchergemeinschaft Höxter. Eine Reminiszenz an längst vergessene Tage, als das Weserbaden zum Sonntagsvergnügen gehörte, vermuteten einige ältere Passanten am Ufer. Gar eine subtile Protestnote gegen die Bädersituation in Höxter wollten andere erkennen. "Nichts da", stellte Jugendwart Alexander Lenz vom ausrichtenden Verein Wassersport Höxter klar, "wir wollen darauf aufmerksam machen, dass man in der Weser schwimmen können sollte und die Salzeinleitungen nicht überhand nehmen." Natürlich sei aber auch die sportliche Komponente hochinteressant und eine echte Herausforderung. Eineinhalb Weser-Wasserstunden waren für die schwimmenden Umweltschützer nach dem Einstieg in Wehrden bei nicht allzu warmen 15 Grad Wassertemperatur bis Höxter zu bewältigen. "Das ist am Anfang erfrischend, dann aber wird es kalt. Ohne Neoprenanzug geht das auf Dauer nicht", wies Wolfgang Petsch, Rettungstaucher im Beiboot, auf die Tücken des kühlen Nass hin. Ohnehin stand die Sicherheit an erster Stelle beim Flussbadetag mit Startmöglichkeiten auch in Bodenfelde und Hannoversch Münden. Ganz genau erklärte Organisator Alexander Lenz besonders den Teilnehmern im Jugend- und Kindesalter vor dem Einstieg die notwendigen Techniken und Verhaltensmuster in der strömungsstarken Weser. "Der Dampfer ist durch", sah Wolfgang Petsch von der Tauchergemeinschaft Höxter die größte Gefahr Richtung Beverungen von dannen ziehen, "der Rest ist machbar. Wir passen gut auf."