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22.07.2011
BEVERUNGEN
Aachener planen Wasserkraftwerk bei Beverungen
Unternehmen rechnet mit 500-Millionen-Euro-Investition

Karte

Beverungen/Höxter (nw). Ein Kraftwerk ohne Schornstein, ohne CO2-Emissionen und ohne Lärm. Ein Kraftwerk, das 600.000 Haushalte sechs Stunden am Tag lang mit Strom versorgen kann - ein solches Kraftwerk könnte bis 2019 zwischen Höxter und Beverungen entstehen. Entsprechende Planungen für ein 390 Megawatt-Wasserspeicherkraftwerk stellte der potentielle Investor, das Stadtwerke-Netzwerk Trianel aus Aachen am Freitag mit Bürgermeister Christian Haase (Beverungen) und Bürgermeister Alexander Fischer (Höxter) vor.

In Stadtratssitzungen war das Investitionsvorhaben am Donnerstagabend den Kommunalpolitikern vorgestellt worden. "Mit diesem Projekt können wir die Energiewende vor Ort umsetzen", betont Bürgermeister Haase. "Gerade mit dem anstehenden Zubau erneuerbarer Energien sind Stromspeicher dringend nötig, um Strom auch dann bereitstellen zu können, wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint", ergänzt Bürgermeister Fischer. Das Projekt, so Fischer und Haase, passe sich zudem hervorragend in die Pläne der Region ein, Vorreiter beim Ausbau der erneuerbaren Energien zu sein.

Info

Stadtwerke-Netzwerk Trianel

Die 1999 gegründete und in Aachen ansässige Trianel GmbH unterstützt länderübergreifend kommunale und regionale Energieversorger, um ihre Wettbewerbsfähigkeit im deutschen Energiemarkt zu stärken und ihre Eigenständigkeit zu sichern. Mit über 100 Gesellschaftern und Partnern aus Deutschland, der Schweiz, Österreich, Luxemburg und den Niederlanden ist Trianel heute Europas führende Stadtwerkekooperation.
Gemeinsam mit ihren Gesellschaftern repräsentiert das Unternehmen mehr als fünf Millionen versorgte Kunden.

Trianel erschließt für Stadtwerke die gesamte Wertschöpfungskette der Energiewirtschaft, vom Strom- und Gasgroßhandel über die Stromerzeugung in eigenen Kraftwerken bis hin zu kundenorientierten Produkten wie Elektromobilität oder Smart Metern.

Konkret plant Trianel mit rund 35 Stadtwerken die Errichtung eines Wasserspeicherkraftwerks im Grenzbereich beider Städte an der Nethe. Ein etwa 35 Hektar großes Oberbecken, so die derzeitigen Pläne, könnte südöstlich des Scheelenbergs an der Landstrasse L 890 entstehen. Als Standort des 57 Hektar großen Unterbeckens ist eine Fläche zwischen der Nethe und der Bundesstrasse B 64 nördlich von Amelunxen vorgesehen. Beide Becken, so das Konzept, werden mit einem unterirdischen Stollensystem verbunden, in dem ein Pumpwerk und Turbinen untergebracht sind. Wasserspeicherkraftwerke, auch als Pumpspeicherkraftwerke bezeichnet, pumpen bei geringem Stromverbrauch und hoher Stromeinspeisung durch Wind oder Sonne Wasser von einem Unterbecken in ein höher gelegenes Oberbecken.

Fallhöhe des Wassers von mehr als 220 Metern

Bei hoher Stromnachfrage wird das Wasser über ein unterirdisches Stollensystem in eine Turbine geleitet und erzeugt dabei Strom.

Trianel hat den Standort an der Nethe in einem zweijährigen Suchprozess als einen der besten Speicherstandorte Deutschlands identifiziert. Dabei hat Trianel bei der Suche neben technischen Prämissen insbesondere die Frage untersucht, an welchen Standorten möglichst geringe Auswirkungen für Bürger und Umwelt entstehen. So gibt es am Standort an der Nethe nach Aussagen der Ingenieure keine Sichtachse zwischen Wohngebieten und den neuen Speicherbecken. Da die Kraftwerkstechnik im Berg untergebracht wird, gibt es auch keinen Lärm. Zudem, so Trianel, werde auch kein einziges Naturschutz- oder FFH-Gebiet durch die Planungen beeinträchtigt.

Das Wasserspeicherkraftwerk am Standort Nethe ist mit einer Fallhöhe von mehr als 220 Metern und einem Beckenvolumen von jeweils 4,2 Millionen Kubikmetern Wasser projektiert. Allerdings, so Trianel, könnten sich diese Kennzahlen im Laufe der konkreten Planungen noch verändern. Als Investitionssumme geht das Stadtwerke-Netzwerk von Kosten in Höhe von mindestens 500 Millionen Euro.

"Es gibt noch eine ganze Reihe offener Fragen"

In den kommenden Monaten soll nun untersucht werden, ob die reale Situation vor Ort die bisherigen Studien bestätigt. Parallel zu den geologischen und wasserwirtschaftlichen Untersuchungen läuft ein Raumordnungsverfahren bei der Bezirksregierung in Detmold, dass von einem Regionalplanänderungsverfahren begleitet wird. Eine der zentralen Herausforderungen wird der Hochwasserschutz für Amelunxen und Ottbergen sein, den man nach Trianel-Überlegungen möglicherweise durch den Bau des Wasserspeicherkraftwerks sogar verbessern könnte.

"Zurzeit gibt es noch eine ganze Reihe offener Fragen", erläutert Bürgermeister Haase, "das ist allerdings dem frühen Projektstadium geschuldet." Mit seinem Amtskollegen Fischer ist sich Haase einig, dass das Wasserspeicherkraftwerk eine "Riesenchance" für die Region darstellt: "Von einem solchen Projekt profitieren nicht nur der Klimaschutz und damit die Umwelt, sondern auch ganz konkret die Wirtschaft in der Region und unsere Städte."


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Kommentare
Einfach mal eine geniale Sache in dieser doch zum TeilBedrückenden Zeit. Super Möglichkeit sich endlich von der Atomernergie abzukoppeln.Dank und Respekt an die Verantwortlichen....hoffe nur das es nicht von irgendwelchen "schlauen Leuten" zerredet wird.Ich drücke die Daumen und freue mich auch für die Region .... Aufträge und neue Arbeitsplätze...Bin begeistert

irgendwelche Umweltschützer und Bürgerinitiativen werden mit jahrelangen Klagen und Einsprüchen gegen das Planverfahren schon dafür sorgen, dass diese Investition nicht in den Kreis HX kommt

Das projekt hört sich ja erstmal sinnvoll und brauchbar an. Vor allem ist es ein kleiner hoffnungsschimmer, dass die stadtwerke nicht bloß mit bunten seifenblasen blenden (etwa wie das "heimvorteil"-plakat) sondern das etwas echtes und reeles passiert. Dennoch ist jeder einzelne bürger mehr gefragt denn je; und sei es nur mit einer gewissen investion in ein bürgerkraftwerk.

Endlich mal jemand der im Kreis Höxter investieren möchte und dann auch gleich noch in regenerative Energien invstiert, das finde ich prima und hat sehr wohl Modellcharakter und schafft Arbeitsplätze, ich finde das prima.

Gruss


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