Dringenberg/Oldenburg (bat). Die Menschen in Dringenberg sind geschockt. Sie haben die junge Frau (24) seit Kindertagen gekannt. Erst vor einem Jahr hatte sie geheiratet und war nach Oldenburg gezogen. Jetzt ist sie tot. In einem Sarg liegend ist sie in die Heimat zurückgekehrt, wo sie morgen begraben wird. Ihr zwei Jahre älterer Ehemann soll sie am Sonntag vor einer Woche ermordet haben. Am Freitag hatte sich der 26-Jährige der Polizei gestellt. Wie die Dringenbergerin ums Leben kam, wollte die Polizei bisher nicht bekannt geben, da der Ehemann bisher noch nicht zur Tat vernommen werden konnte. Wie die Oldenburger Nordwest Zeitung berichtet, soll es um die Ehe der jungen Leute nicht gut gestanden haben. Das Paar soll sich bereits vor Wochen getrennt haben.
Angehörige der jungen Frau hatten sich am Dienstag bei der Polizei gemeldet, weil sie die 24-Jährige nicht erreichen konnten und sich Sorgen machten. Zuletzt war die Frau am Sonntag gesehen worden.
Beamte fuhren zu der Wohnung in einem Mehrfamilienhaus im Oldenburger Stadtteil Osternburg. Da niemand aufs Klingeln reagierte, öffneten sie die Tür. Dann entdeckten sie am Dienstag gegen 11 Uhr die Leiche der jungen Frau. Ergebnisse der Obduktion erhärteten den Verdacht, dass die 24-Jährige keines natürlichen Todes gestorben war. Der Tod soll bereits am Sonntag, 17. Juli, eingetreten sein. Für die eingerichtete 11-köpfige Mordkommission zählte der 26-jährige Ehemann schnell zum Hauptverdächtigen. Gegen ihn wurde Haftbefehl wegen des Verdachts auf Totschlag erlassen. Allerdings war er nicht auffindbar. Seit sich das Paar vor einigen Wochen getrennt hatte, besaß er keinen festen Wohnsitz mehr. Möglicherweise fand er zuletzt bei Bekannten Unterschlupf.
Am Freitag tauchte der Mann dann plötzlich bei einer Polizeidienststelle im Landkreis Oldenburg auf. Dort habe er die Tat gestanden. Er wurde dem Haftrichter vorgeführt und in Untersuchungshaft genommen. Bisher konnte der 26-Jährige aber noch nicht zur Tat vernommen werden. "Es liegen gesundheitliche Gründe vor, die eine Vernehmung zurzeit nicht zulassen. Der 26-Jährige befindet sich deshalb in ärztlicher Behandlung", sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft in Oldenburg, Dr. Frauke Wilken.
Die 24-jährige junge Frau war in Dringenberg aufgewachsen. Sie hatte zunächst das Gymnasium St. Xaver in Bad Driburg besucht und war später auf das Gymnasium Theodorianum in Paderborn gewechselt, wo sie 2007 Abitur gemacht hat. Im letzten Jahr hatte sie geheiratet und war nach Oldenburg. Dort hat sie zuletzt in einem Friseursalon gearbeitet. Sie war beliebt und hatte einen großen Freundeskreis. Nachdem sie am Dienstag in ihrer Wohnung tot aufgefunden worden war und die Polizei von einem Verbrechen ausgehen musste, war sofort eine Sonderkommission eingerichtet worden. Nach dem Ehemann war mit Hochdruck gefahndet worden.

















