Kreis Höxter. Wer seinen Pkw im Herbst nicht winterfest gemacht hat, sah sich bisher durch den eher milden Winter in seiner sparsamen Haltung bestätigt. Doch seit dieser Woche hat die sibirische Kälte auch den Kreis Höxter erfasst. Das spüren besonders schmerzlich Autofahrer, die keine Garage oder Carport besitzen. Wer auch bei Schnee und Frost nicht auf sein Auto verzichten will oder kann, für den empfiehlt es sich spätestens jetzt entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.
Durchschnittlich 50 Prozent mehr Autos bleiben in den "richtigen" Wintermonaten liegen als in den restlichen Monaten des Jahres. Als häufigste Gründe hierfür nennen die Experten schwache Batterien und defekte Generatoren und Anlasser, die besonders unter den niedrigen Temperaturen leiden. Und in den nächsten Tagen soll es noch kälter werden - es sind Temperaturen von minus 20 Grad Celsius möglich.
Die Batterie ist die Fehlerquelle Nummer eins im Winter. Ältere Autobatterien sollten in der Werkstatt des Vertrauens geprüft werden, denn ältere Batterien versagen bei starkem Frost häufig ihren Dienst, insbesondere dann, wenn die Kraftspender älter als vier Jahre sind. Wurde der Check nicht schon zu Beginn des Winters durchgeführt, ist es jetzt höchste Zeit.
Bei Temperaturen über null Grad funktioniert auch eine ältere Batterie scheinbar tadellos. Siegfried Hartmann, Filialleiter bei Opel-Huborg, nennt den Grund: Nur ein Bruchteil ihrer Leistung ist gefordert. Sobald aber der Motor bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt schwerer dreht (zähflüssiges Öl), ein Diesel länger vorglühen muss und die chemischen Vorgänge zur Stromerzeugung in der Batterie generell langsamer ablaufen, erreicht eine überalterte Batterie schnell ihre Grenzen und bricht dann zusammen. Werkstätten prüfen für kleines Geld oder teilweise sogar kostenlos die Batterie.
Wichtig ist aber auch, die Frostfestigkeit der Flüssigkeiten unter der Motorhaube prüfen zu lassen. Das Wasser für die Scheibenwaschanlage und für das Kühlwasser. Beide Flüssigkeiten sollten einen Schutz für minus 25 Grad Celsius haben. Vor allem das Kühlwasser wird oft vernachlässigt, weil es in der Regel nur sehr selten nachgefüllt werden muss, da es in einem geschlossenen Kreislauf aufgefangen wird.
Das richtige Mischverhältnis von Frostschutzmittel und Kühlwasser ist für jeden Autotyp anders, da die Größe vom Kühler und dem gesamten Kühlungskreislauf unterschiedlich ausfällt. In der Bedienungsanweisung des Fahrzeugs listen die Hersteller meist das passende Mischverhältnis auf, sodass keine Schäden entstehen. Wer unsicher ist, sollte im Zweifelsfall einen Fachmann aufsuchen, denn andernfalls kann es hinterher zu teuren Reparaturen kommen. Die Werkstätten können dies schnell kostengünstig überprüfen. Grundsätzlich sollte beim Nachfüllen des Kühlwassers eher destilliertes Wasser als Leitungswasser verwendet werden.
Wer sich das Freikratzen der Scheibe ersparen möchte, kann die Frontscheibe mit einer Alu- oder einer Luftpolsterfolie abdecken. Wer morgens lieber zum Eisschaber greift, sollte am Vorabend noch einmal die Waschfunktion des Scheibenwischers betätigen. So können fest gefrorene Streusalzpartikel beim Reinigen mit dem Eisschaber das Glas nicht verkratzen.
Damit die Fenster von innen weniger beschlagen, empfehlen die Experten, alte Zeitungen unter die Fußmatten zu legen, damit diese die Feuchtigkeit im Innenraum aufnehmen.
Alternativ können auch Raumluftentfeuchter aus dem örtlichen Baumarkt für zwei Tage hinter den Fahrersitz gestellt werden.
Auch poröse Türdichtungskummis können einen unangenehmen finanziellen Schaden verursachen. Sie ziehen sie Feuchtigkeit. Bei Minustemperaturen kann dann eventuell die Tür nicht geöffnet werden, obwohl das Schloss auf ist. Friert eine Tür fest, darf sie nie mit Gewalt geöffnet werden - sonst droht die Gummidichtung zu zerreißen und muss ersetzt werden. Hirschtalg, Glycerin oder Vaseline können für das einreiben der Dichtungen benutzt werden.
Auf keinen Fall schaden kann ein Blick unter das Auto, raten die heimischen Firmen. Salznasse Fahrbahnen und Auftaumittel können der Unterseite des Fahrzeugs kräftig zusetzen. Deshalb sollte man in der Werkstatt den Unterbodenschutz überprüfen, wo notwendig, ausbessern lassen. Denn, wenn der Rost einmal zu nagen beginnt, werden Reparaturen teuer.