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04.02.2012
BRAKEL
Kastrationspflicht für Katzen gefordert
Politiker wollen eine "Lex Kitekat" für Brakel durchsetzen, um den Tierschutz zu verbessern
VON BURKHARD BATTRAN

Anschmiegsam | FOTO: KARL-HENDRIK TITTEL

Brakel.Paderborn hat es vorgemacht. 2008 wurde dort erstmals in Deutschland eine örtliche Kastrationspflicht für Katzen eingeführt. Seither gibt es über 70 Städten so eine "Lex Kitekat". Demnächst vielleicht auch in Brakel.

Offiziell handelt es sich dabei um eine ordnungsbehördliche Verordnung, eine Art ortsbezogenes Gesetz, dass aber Verstöße durchaus mit schmerzhaften Bußgeldern ahnden kann. "In Paderborn hat die Stadt bisher noch keinen Bußgeldbescheid verschicken müssen. Es gab aber immerhin 18 Verfahren gegen Verweigerer, doch bevor es soweit war, haben sich alle einsichtig gezeigt", erläuterte Tierschützer John Friedrich Pyka, der die Paderborner Kastrationspflicht mit auf den Weg gebracht hat.
Die Fraktion der Liste Zukunft im Rat der Stadt Brakel hat den Antrag gestellt, auch in der Stadt Brakel eine Kastrationspflicht für Katzen einzuführen.

Die Notwendigkeit für Brakel unterstrich am Donnerstagabend im Rat der Stadt auch die Brakeler Tierschützerin Angelika von Ledermann-Wartberg. Seit vielen Jahren kümmert sich die Brakelerin um streunende, verwahrloste und ausgesetzte Katzen. "Das Elend ist unglaublich groß, die Tierheime vollkommen überlastet. Nur mit Worten und Appellen bekommen wir das Problem nicht in den Griff", weiß Tierschützerin von Ledermann-Wartberg.

"Ich sehe ganz klar eine Handlungsoption für Brakel. Eine Folge der Unterlassung der Kastration ist ja auch, dass Katzenkinder gerade auch auf den Dörfern auf schreckliche Weise getötet werden", sagte Liste-Zukunft-Ratsvertreter Stefan Heilemann.

Unterstützung bekam der Antrag der Liste Zukunft durch die Grünen. "Dadurch wird der Tierschutz in unserer Stadt erheblich verbessert und es fallen für die öffentliche Hand keine Kosten an", betonte Grünen-Ratsfrau Ulrike Hogrebe-Oehlschläger.

SPD-Fraktionssprecher Peter Aßmann wandte ein, dass so eine Verordnung ohne entsprechende Kontrolle wenig wirksam sei, was aber wieder Kosten und Personal bei der Stadt binde.

Dem widersprach Tierschützerin von Ledermann-Wartberg. "Die Kontrolle übernehmen die Tierschützer. Aber ich bin überzeugt, wenn man den Leuten einfach nur sagt, dass man das machen muss, ist man schon einen ganzen Schritt weiter." Das entspricht auch den über vier Jahre gesammelten Erfahrungen in Paderborn. "Die Zahl der Kastrationen nimmt in jedem Jahr um 15 Prozent zu und damit können wir ganz zufrieden sein", sagte Tierschützer Pyka.

Die Brakeler Verwaltung ist gegen die "Lex Kitekat", da so ein Regelung nur durch ein Bundesgesetz wirksam getroffen werden könne. Die kommunale ordnungsbehördliche Verordnung sei vor Gericht anfechtbar. Allerdings habe es bisher in allen Städten mit Kastrationspflicht noch keine Klage vor Gericht gegeben. Stefan Heilemann: "Und wenn Brakel zum Präzedenzfall werden sollte, ist das auch positive zu sehen, weil es dann ein für allemal Klarheit gibt."

Das Thema soll zunächst noch in den Fachausschüssen diskutiert werden, bevor es eine Entscheidung im Rat gibt.

Kommentare
@Andrea:Was hat das mit "Holocoust"!? zu tun?Was hat es mit Tierschtuz es nicht zu machen, da vermehren sich dann Katzen mit übertragbaren Krankheiten, die zudem auch nicht versorgt werden können oder soll jetzt jeder , wie die meisten "Katzenmenschen", jder so um die 10Tiere aufnehmen und NUR in der Wohnung halten-was ja gängige Praxis ist weil Katzen draußen ja angeblich nicht überleben können! DAS ist kranker Sch.......!!!!!!!

Ich verstehe nicht, was sich einige Menschen denken oder ob sie es überhaupt tun. Andrea und der "echter Tierfreund" sollte mal in ein Tierheim gehen und sich ansehen wie viele ausgesetzte Katzenbabys dort abgegeben werden. Wer Katzenbaby aussetzt, damit sie entweder qualvoll verhungern oder erfrieren ist meiner Meinung ein kranker Spinner. Genau wie jemand der lieber zwei oder drei Würfe Kätzchen umbringt, statt seine Katzen kastrieren zu lassen.
Zu Information für Herrn Heinemann: Das ist nicht nur in den Dörfern so, solche kranken Menschen gibt es auch in der Stadt.
Ich hoffe der Stadtrat würde sich hier mal wirklich für den Tierschutz entscheiden. Da könnte auch ein Besuch im Tierheim helfen um sich das Problem mal anzusehen. Meine beiden Katzen sind aus den Tierheim und beide kastriert.

Zunächst einmal sollte vielleicht klar gestellt werden, dass der Antrag der Liste Zukunft lediglich auf Beratung zu diesem Thema lautete. Mit dem neuen Wissen soll nun in den jeweiligen Ratsfraktionen zu dem Thema beraten werden. Durch die Verwendung des Begriffs "Holocaust" hat sich der Diskussionsteilnehmer von unten disqualifiziert! Unpassender geht doch gar nicht!!! Wo werden Katzen gequält, wenn diese unter Narkose kastriert werden? Schaeuen Sie doch mal auf Link unterdrückt vorbei. Viele Grüße aus Brakel!

Tierärztekammer für rigorose Kastration streunender Katzen. In Deutschland leben bereits jetzt zwei Millionen verwilderte Katzen.

Ich muss Helga zustimmen. Bei Hauskatzen oder verwilderten Hauskatzen von natürlicher Population bzw. "Natur" zu sprechen ist naiv. Auch eine falsch verstandene Tierliebe wie im ersten Beitrag dargelegt, trägt nicht zur Verbesserung der Situation bei.

Was sagen denn die großen Katzenfreunde dazu, dass die vielen draussen steunenden Katzen auf echte Wildtiere wie Vögel losgehen?



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