CDU-Mittelständler aus Höxter und Holzminden gründen Regionalverband Weserbergland
Boffzen. Demografischer und struktureller Wandel diesseits und jenseits der Weser reißen die Jahrhunderte alte Barriere zwischen Westfalen und Niedersachsen ein. Nun blicken auch die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigungen (MIT) der CDU über den Strom. In Boffzen beschlossen die MIT-Stadtverbände Holzminden und Höxter nun die Zusammenarbeit auf übergeordneter Ebene.
"Eine Vereinigung wie die MIT Weserbergland gibt es sonst nirgends", freut sich Andreas Sobotta, Hauptgeschäftsführer der MIT Niedersachsen. Die länderübergreifende Kooperation bahnte sich seit längerer Zeit an. Bereits der MIT-Stadtverband Holzminden wurde mit Hilfe der stark aufgestellten Höxteraner revitalisiert. Vor einigen Jahren führten die Höxteraner eine Umfrage bei Unternehmern durch. "Beide Seiten der Weser wollen kommunizieren", fasst der Höxteraner Kreisverbandsvorsitzende Klaus-Dieter Leßmann zusammen. Der Wirtschaftsraum Weserbergland sei zwar eine Region die strukturschwach sei, jedoch keine schlechte. Es gebe gemeinsame Wege und Ziele, wie einen Ausbau der Bundesstraße 64.
Ab 2013 wird in Holzminden ein neuer berufsbegleitender Studiengang zur Führung kleiner und mittelständischer Unternehmen angeboten. "In Höxter kaum bekannt", bemängelt Leßmann. Weitere Möglichkeiten sieht Leßmann bei der Hallenbadfrage. "In Höxter wird das Hallenbad abgerissen und auch in Holzminden sind Sanierungen notwendig", weiß er und regt ein gemeinsames Bad an.
Sobotta sieht einen Bedarf an einem länderübergreifenden Ansprechpartner für die Mittelständler. "Hier schaut man bewusst über den Tellerrand", freut sich der Hamelner, der die erstmaligen Vorstandswahlen leitete. Der Vorstand der MIT Weserbergland ist paritätisch besetzt. Es handele sich nicht um eine Fusion, betont Sobotta, die einzelnen Stadtverbände bleiben souverän, da der neue Regionalverband beispielsweise über keine eigene Kassenführung verfüge. Die Auszählung der Stimmen oblag den unabhängigen Mittelständlern aus Brakel und Steinheim.
An die Doppelspitze wählten die 23 anwesenden stimmberechtigten Mitglieder Frank Göhmann und Marion Rutkowski. Der Holzmindener wird für das erste Jahr als Sprecher fungieren, danach übernimmt Marion Rutkowski. Die beiden zweiten Vorsitzenden sind Hans-Dieter Braun aus Beverungen und Ergül Winnefeld aus Holzminden. Marco Bergmann, der in seinem Heimatort Lüchtringen bereits auf der anderen Weserseite lebt, führt die nächsten zwei Jahre Protokoll.
Zudem arbeitet der freie Holzmindener Journalist Peter Drews zukünftig als Pressesprecher. Der Fürstenberger Jens Heine betreut den Internet- und Social-Media-Auftritt der MIT Weserbergland. Gerade letzteres Medium findet der 34-Jährige interessant. "Junge Leute profitieren von unserer Präsenz. Bei der MIT kann man ausbildende Unternehmen finden", erläutert Heine.
Neun Beisitzer wurden in den Vorstand gewählt, nachdem sich der bereits gewählte Vorstand dazu entschied, die ursprünglich veranschlagte Anzahl von acht Beisitzern unbürokratisch zu erhöhen. Jürgen Ante-Simon, Birgit Bitterberg, Karin Klingenhagen, Erdal Kilic, Mario König, Jan Rathgens, Holger Sielemann, Diethard Wolter und Gunter Schiffler wollen mit ihrer Expertise überregionale Aufgaben lösen. Die neun Personen erfüllen das in der CDU und ihren Organisationen geltende Frauenquorum. Des Weiteren gehören dem Vorstand mit Walter und Karin Klingenhagen zwei Rentner an. Frank Göhmann wertet dies als aktive Beteiligung. Der Fokus werde auf Kommunikation und gemeinsamen Veranstaltungen liegen. "Die Konkurrenten liegen außerhalb der Region", schwört der frisch gebackene Vorsitzende die Mitglieder ein, "wir können gemeinsam Impulse geben", wirbt Göhmann und erwägt eine spätere Erweiterung der MIT Weserbergland entlang des namensgebenden Flusses.