Kreis Höxter/Bad Driburg. Nicht angepasste Geschwindigkeit ist die Hauptursache für Verkehrsunfälle. Auf den Straßen des Kreises Höxter verloren im vergangenen Jahr sechs Menschen ihr Leben, 572 wurden zum Teil schwer verletzt. Die Polizei im Kreis Höxter beteiligte sich daher gestern an einer landesweiten Aktion und führte den ganzen Nachmittag über an verschiedenen Schwerpunkten zwischen Warburg und Höxter Tempomessungen durch.
Zwischen 12 und 22 Uhr waren die Beamten nonstop im Einsatz, um Geschwindigkeitskontrollen an 17 Stellen im gesamten Kreisgebiet durchzuführen. Für diesen Zeitraum hat sich die Polizei im Kreis Höxter ganz bewusst entschieden. "Fast 50 Prozent aller Verkehrsunfälle in unserem Einzugsgebiet ereignen sich zwischen 14 und 22 Uhr", erklärte Pressesprecher Dietmar Mathias.
Die Aktion wurde im Vorfeld über die Medien bekanntgemacht. "Wir haben nichts zu verbergen. Natürlich möchten wir gerne erreichen, dass sich die Verkehrsteilnehmer nicht nur am heutigen Tag, sondern generell an die Geschwindigkeitsbegrenzungen halten", sagte Mathias. An der Messstelle an der B 64 zwischen Bad Driburg und Herste wurde gestern Nachmittag während der ersten Stunde der Aktion kein einziger Autofahrer geblitzt.
"Damit haben wir ein Teilziel bereits erreicht", betonte der Polizeisprecher. Viel wichtiger sei jedoch, den Verkehrsteilnehmern dauerhaft ins Bewusstsein zu rufen, dass die Geschwindigkeit die Schwere eines Unfalls ausmacht. "Mit jedem Kilometer, den man zu schnell unterwegs ist, steigt die Gefahr einer schweren oder gar tödlichen Verletzung", weiß Polizeihauptmeister Markus Tewes.
Anfang des Jahres hat es im Kreis Höxter bereits einen Verkehrstoten gegeben - Ursache war auch hier nicht angepasste Geschwindigkeit auf eisglatter Fahrbahn. "Es geht um Leben oder Tod", unterstreicht Tewes. Daher führt die Polizei im Kreisgebiet das ganze Jahr über immer wieder Schwerpunktkontrollen durch. Und nicht nur jetzt im Winter sollten Autofahrer ihren Fahrstil den Witterungsbedingungen anpassen.
"Solche Kontrollen machen auf jeden Fall Sinn", sagte Lkw-Fahrer Christian Wehe aus Niedersachsen, nachdem er von Polizeioberkommissar Günther Harms über die Laserpistole mit 70 statt der erlaubten 60 Km/h gemessen wurde.
Auf so viel Einsicht wie bei dem 27-Jährigen hoffen die Beamten in Zukunft auch bei den anderen Verkehrsteilnehmern - denn jeder tödlich verunglückte Auto- oder Motorradfahrer ist einer zu viel.