330 Frauen und fünf Männer feiern in der Brakeler Stadthalle ausgelassen Karneval
Brakel. Einen närrischen Spaß der Superlative bot gestern Nachmittag der traditionelle Weiberkarneval zu dem die katholische Frauengemeinschaft (kfd) Brakel eingeladen hatte. "Disco-Party – Licht aus, Spot an": Das Motto des illustren Treibens war Programm. Rund 330 Frauen erfreuten sich an dem bunten Mix aus Sketchen, Tanz, Büttenrede und Musik. Männern wurde an diesem Nachmittag natürlich der Zutritt in die Brakeler Stadthalle verweigert.
Für Pfarrer Wilhelm Koch, Vikar Christian Städter, Gemeindepraktikant Robin Webelhaus sowie für die beiden Herren der Partyband "Genial life" machten die jecken Frauen jedoch eine Ausnahme.
Eine Überraschung hatte die närrische Schar für ihren Pfarrer noch in petto. Denn der feierte gestern seinen Namenstag und wurde mit einem Ständchen von der holden Schäfchenschar beglückt. "Und er hat zu seinem Festtag auch noch die größte Kaffeetafel", meinte kfd-Vorsitzende Karin Weber mit einem Augenzwinkern.
Sie freute sich darüber, dass in diesem Jahr auch viele Frauen aus den umliegenden Ortschaften die Brakeler kfd-Karnevalsfeier besuchten. Webers besonderer Dank galt den kfd-Akteurinnen, die mit viel Liebe und Herzblut ein kunterbuntes Programm zusammengestellt hatten.
Und die heizten dem prächtig gestimmten Publikum mächtig ein. Den Auftakt machte Resi Herzberg, die seit der ersten kfd-Karnevalsfeier 1985 mit Büttenreden für Lacher sorgt. Dieses Mal erzählte sie von ihrer Wallfahrt, die sie eigentlich nach Kevelaer machen wollte, aber versehentlich in Paderborn in einen Samba-Zug einstieg.
Wie grau manchmal der Ehealltag sein kann, wussten Hildegard Hoffmeister und Gabi Römer-Reitemeyer als "Isolde und Luzilde" zu berichten. Als selbstbewusste Powerfrau und "Männerfeindin" gab Hildegard Hoffmeister außerdem Auskunft über das so genannte starke Geschlecht.
Sketche beispielsweise über "zwei angehende Hausfrauen", die eine Prüfung ablegen müssen oder die "Zukunftsvisionen nach einer Gesundheitsreform", aber auch Musikdarbietungen unter anderem zum Thema "Flirt auf der Autobahn" oder der "Babysitter-Boogie" bereicherten das Programm.
Für besondere Furore sorgte die kfd-Tanzgruppe. Beim "Dschingis Khans"-Tanz hielt es die Frauenschar nicht mehr auf den Stühlen, sie klatschten und sangen den Song mit. Ohne eine Zugabe wurden die Tänzerinnen nicht von der Bühne gelassen.
Natürlich durften auch des Pfarrers Geschichten aus dem Gemeindeleben nicht fehlen. Als Clown verkleidet, kommentierte Brakels Kirchenoberhaupt mit Augenzwinkern die verschiedensten Begebenheiten.