Nieheimer Original bringt Stadthalle beim traditionellen Frauen-Karneval zu Kochen
Nieheim. "Du bist Prinzessin Heidi, die strahlend Gewinn-Bringende, und nun bin ich Brigitte, die auf den Po Gefallene." So kommentierte Nieheims karnevalistische Allzweckwaffe Brigitte Seneca ihren unfreiwilligen Abflug von der närrischen Bühne. Im heiteren Spiel mit der amtierenden Prinzessin war sie ausgerutscht und ins Publikum gefallen. Hindern konnte sie dieser Absturz jedoch nicht.
Brigitte Seneca schlüpfte von einer Rolle in die andere und blieb dabei immer das echte, unverwechselbare Nieheimer Mädchen. Die Frau mit Herz und Schnauze! Die Karnevalistin für alle Fälle! Die Ulknudel mit der eingebauten Lachgarantie!
Aber Brigitte Seneca blieb nicht die Einzige, die für Lachtränen und feuchte Taschentücher beim Nieheimer Frauenkarneval in der Stadthalle sorgte. Der Cappuccino-Club ließ das im Jahr 2050 auf Sparflamme kochende Altenheim antreten und sein "pfanntastisches Geschäft" kollektiv abwickeln. Zahnpflege mit einer "Abteilungszahnbürste" inbegriffen. Beichten, ohne dem Pfarrer in die Augen sehen zu müssen, konnte Cordula Fischer am Computer. Tanja Stamm stand als Gleichstellungsbeauftragte in der Bütt und ließ die Frage offen: Ist sie nur Gleichstellungsbeauftragte für Männer oder ist gleich Stellungsbeauftragte für alle?
Was eine Oma so alles macht, das wusste Hannelore Bertermann aus dem zweiten Pampersleben einer großen Mutter zu berichten. Kinderzeiten, so befand sie, stehen eigentlich den Großmüttern zu.
Aufregender ist es da schon beim europäischen Hochadel. Wenn zum Beispiel die Royals mit Queen Lissbett (Karin Weber) Hochzeit feiern, ist natürlich Starreporter Rolf Seelmann-Eggebert (Brigitte Seneca) nicht weit. Die ausführliche Berichterstattung über den "Auflauf" der mageren Lätittzia aus dem sonnigen Süden und der netten blonde Mette aus dem kühlen Norden waren da schon eine Spur eleganter.
"Wetten, dass wir mehr als 15 Büstenhalter auf die Bühne bringen?" lautete die Saalwette der Karnevalsmädels. Und sie schafften es. Aufgehängt wurden die mal mehr, mal weniger großen Doppelpacks an den ausgebreiteten Armen von Erwin, dem charmantesten Verplauder im Präsidentenrang.
Äußerst charmant und lernfähig zeigte sich Nieheims Karnevalsprinzessin Heidi Simon im Prinzessinnenspiel mit Brigitte Seneca. Ihre Aufgabe bestand darin, die Benimm-Regeln einer Gardetänzerin - gehen, lächeln, winken - zu erlernen. Prinzessin Heidi brauchte dafür nicht länger, als die Nieheimer Frauen für den Narrenruf der aus Rheinbischofsheim stammenden Regentin. Er lautet: Hoarig, hoarig, hoarig: hoarig ischt die Katz. Und hat sie keine Hoare mehr, fängt sie auch keine Mäuse mehr. An Showtänzen konnte Sitzungspräsidentin Marion Krücke die Tanzmäuse, die Juniorengarde, das bezaubernde Solotanzmariechen Gina Da Cunha und die Prinzengarde der NKG auf der närrischen Bühne präsentieren. Freudig bewegt und nicht zum ersten Mal zeigten die "Entruper Frauen", dass kfd keinesfalls mit "Krabbelstunde für Dauermüde" zu deuten ist. Als Götterspeise im feschen Charleston-Look sorgten die "Duften Puppen" aus Brakel mit ihrer fetzigen Tanzeinlage noch einmal für ein echtes Highlight vor der dem Finale.
Wie immer das Motto des Frauenkarnevals auch lautete: An diesem Abend stand kfd für "komm freu dich."