Kreisbauerntag in Brakel: Auch in Zukunft warten viele Herausforderungen auf die Landwirte
Brakel. Der Landwirtschaftliche Kreisverband Höxter-Warburg feiert in diesem Jahr sein 175-Jähriges Bestehen (die NW berichtete). Den gestrigen Kreisbauerntag in der Brakeler Stadthalle nahmen die Landwirte zum Anlass auf Vergangenheit und Zukunft zu blicken.
"Der landwirtschaftliche Kreisverband Höxter-Warburg war und ist für seine Mitglieder da - er wird sich auch in Zukunft an den Bedürfnissen seiner Mitglieder ausrichten", machte Vorsitzender Antonius Tillmann während seiner Ansprache deutlich. Jede Zeit habe ihre Herausforderungen, sagte er, und verwies darauf, dass sich der Verband in den vergangenen 175 Jahren gewandelt und entwickelt habe. "Die Entwicklung verlief jedoch nicht immer gleichförmig. Es gab Brüche, aber auch Kontinuitäten."
Die stellvertretende Landrätin des Kreises Höxter, Carola Breker, bezeichnete die Landwirtschaft als wichtige stabilisierende Wirtschaftskraft: "1.400 Betriebe im Kreis machen mehr Umsatz als andere Wirtschaftszweige." Der Erwartungsdruck an die Landwirte sei dabei allerdings enorm groß. So sollten sie qualitativ hochwertige Lebensmittel zu möglichst geringen Preisen produzieren. "Hinzu kommt, dass der Verbraucher immer wieder durch die Medien verunsichert wird." Daher gelte es, Optimismus an den Tag zu legen: "Den brauchen wir, um die Zukunft zu bewältigen."
Dass die Herausforderungen für die Landwirte in der heutigen Zeit nicht geringer seien als vor 175 Jahren, machte Wilhelm Brüggemeier, Vizepräsident des Westfälisch-Lippischen-Landwirtschaftsverbands (WLV), in seinem Grußwort deutlich. "Es gilt, weltweit sieben Milliarden Menschen zu ernähren, und das funktioniert nicht ohne die Landwirte in Europa, in Deutschland, im Kreis Höxter." Daher wolle sich der WLV auch zukünftig für die nötigen Rahmenbedingungen einsetzen: "Wir kämpfen gemeinsam und geschlossen für unsere Interessen - zum Wohl aller."
Den Festvortrag zum Kreisbauerntag hielt Monsignore Prof. Konrad Schmidt zu dem Thema "Vermehrung des Wohlstandes der Landbewohner des Kreises - ein kurzer Blick in die Agrargeschichte". Schmidt war unter anderem von 1992 bis 2011 Rektor der Landvolkshochschule Anton Heinen in Warburg-Hardehausen. "Geht aufrecht, lasst euch nicht kleinmachen, seid selbstbewusst", gab er den Landwirten nach einem historischen Rückblick mit auf den Weg. Besonders wichtig sei es, den Nachwuchs zu fördern, denn "wer Nachwuchs hat, ist gut dran". So sei es "ungeheuer wichtig" in Erwachsenenbildung und Schulbildung zu investieren. Dafür dürfe keine Mühe zu groß sein.
Beim Kreisbauerntag gab es auch in diesem Jahr Ehrungen: So verlieh der Vizepräsident des WLV, Wilhelm Brüggemeier, fünf Schorlemer-Plaketten für besondere Verdienste. Die Auszeichnung in Silber erhielt Monsignore Prof. Konrad Schmidt. Er gehöre zu den Persönlichkeiten, die geprägt vom christlichen Glauben den bäuerlichen Familien in schwierigen "Lebens- und Betriebssituationen" beigestanden und Mut gemacht hätten, so Brüggemeier.
Weitere Auszeichnungen, die Schorlemer-Plakette in Bronze, nahmen Jürgen Heinemann (Bad Driburg), Josef Rustemeyer (Riesel), Ferdinand Parensen (Nieheim) sowie Wilhelm Kloidt (Schweckhausen) als langjährige Ortsvereins-Vorsitzende entgegen.