Steinheim. "Schnelles Internet per Mobilfunk - Telekom erweitert Standort um UMTS!" Diese gestern in der NW verbreitete Nachricht ließ mehrere Leser im Stadtgebiet Steinheim aufhorchen und die Frage stellen: "Sind die von den Kommunen für den Breitbandausbau zur Verfügung gestellten Mittel aus dem Konjunkturpaket etwa gar nicht sinnvoll angelegt?"
"Sie sind gut angelegt", sagten der Referent des Landrats, Andreas Niggemeyer, und der Allgemeine Vertreter des Bürgermeisters der Stadt Steinheim, Heinz- Josef Senneka, gestern übereinstimmend. Das jetzt von der Telekom angebotene UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) sei mit einem Breitbandanschluss nicht vergleichbar. Die Aussage der Telekom, es sei vollkommen egal, ob man per Festnetz oder Mobilfunk auf das Internet zugreife, Hauptsache es gehe schnell, sage nicht wirklich alles. Denn beim Mobilfunk sinke mit der Anzahl der Nutzer die Leistung. Deshalb sei auch ein Vergleich mit Sewinet nicht möglich.
Sewinet arbeite über geringe Entfernungen mit Richtfunk und gehe dann wieder auf das vorhandene Netz. "Das macht die Übertragung sicher und hält die Leistung stabil", erklärte Heinz-Josef Senneka den Vorteil dieses Systems. Unabhängig davon müsse man festhalten, dass der Kreis Höxter ohne die Beauftragung des Anbieters Sewikom wohl kaum so schnell auf die schnelle Datenautobahn gekommen wäre. "Wir haben uns viele Jahre um schnellere DSL-Anschlüsse bemüht und von der Telekom schriftlich die Auskunft bekommen, dass sie kein Interesse an einem Ausbau in unserem ländlichen Raum hat", sagte Senneka. Der Wettbewerb habe nun offensichtlich einiges in Gang gesetzt, von dem die Bürger profitierten. Es sei außerdem zu prüfen, ob mit der günstigen Flatrate der Mobilfunkanbieter unbegrenzt im Internet gesurft werden könne, oder ob nach einer gewissen Leistung die Übertragungsgeschwindigkeit wieder abnehme.
Der Pressesprecher der Telekom in der Region West, André, Hofmann, bestätigte auf Anfrage der NW die Nachteile des UMTS bezüglich der Leistungsminderung bei gleichzeitig vielen Nutzern. "Sie müssen sich die Leistung teilen", so Hofmann. Nachteilig könnten sich beim Mobilfunk auch Betonwände oder dickes Mauerwerk auf den Empfang auswirken.
Allerdings lasse sich die Versorgung mit DSL nicht überall sicherstellen. Denn schließlich koste das Verlegen von einem Kilometer Glasfaserkabel etwa 70.000 Euro. "Bei solchen Kosten können wir nur dort ausbauen, wo die Nachfrage groß genug ist", sagte Hofmann. Telekom wolle einen Energiemix anbieten, aus dem der Kunde das für sich günstigste Angebot auswählen könne.
Mit dieser Aussage sieht der Kreis Höxter sich letztlich in seiner Entscheidung für den Breitbandausbau bestätigt. Andreas Niggemeyer: "Hier wird noch einmal deutlich, dass es richtig war, den gesamten Kreis Höxter mit einem Breitbandangebot zu versorgen. Wir wollten das schnelle und das sichere Internet für unsere Bürgerinnen und Bürger. Das ist mit Sewinet erreicht."
Dass es mit den Anschlüssen bei der Sewikom Probleme gegeben hat und an vielen Orten immer noch gibt, bedauert man bei der Kreisverwaltung ebenso wie bei der Stadt Steinheim. In wenigen Monaten soll das jedoch alles der Vergangenheit angehören.