Polizeikommissariat Holzminden legt die Kriminalstatistik für 2011 für den Landkreis vor
Holzminden (nw/um). Im Landkreis Holzminden können die Bürger sich sicher fühlen. Mit 69,52 Prozent aufgeklärter Fälle aller im Landkreis im vergangenen Jahr registrierten Straftaten erreichte das Polizeikommissariat Holzminden erneut ein Top-Niveau und lag damit nur knapp unter dem Rekordergebnis des Jahres 2010 (70,2 Prozent).
"Darüber hinaus ist es besonders erfreulich, dass die Gesamtanzahl der Straftaten mit 3.721 gegenüber den Vorjahren weiter rückläufig ist" stellt Holzmindens Kommissariatsleiter, Polizeioberrat Michael Weiner, das erfolgreiche Wirken der Polizei im Landkreis Holzminden heraus - das sei der niedrigste Wert der letzten Jahrzehnte.
Auch positiv hervorhob Weiner, dass es nur noch 101 Fahrraddiebstähle gab (2010 waren es noch 114). Aber etwa die Hälfte aller gestohlenen Fahrräder waren nicht gegen Diebstahl gesichert. Die meisten Fahrräder wurden in Holzminden im Bereich der Schulen, des Bahnhofsbereiches sowie des Freibades entwendet. Auch die Anzahl der Wohnungsdiebstähle ist um insgesamt 42 Taten auf 71 gesunken. "Dieser Deliktsbereich beruht sich im Wesentlichen auf Beziehungstaten. Täter und Opfer wohnen in einem Haus und nutzen günstige Tatgelegenheiten aus", erklärt August-Wilhelm Winsmann vom Polizeikommissariat Holzminden. In mehreren Fällen ließen ältere Bewohner den Wohnungsschlüssel stecken. Echte Tageswohnungseinbrüche bewegen sich weiterhin auf einem niedrigen Niveau (10 Einbrüche). Es wurden auch wesentlich weniger Sachbeschädigungen (395) angezeigt als 2010 (455). Die Gesamtzahl der Sachbeschädigungen ist auf den niedrigsten Stand der letzten Zehnjahreswertung gefallen.
Aber nicht alle Zahlen sind 2011 gesunken. Nachdem im Jahre 2010 die Anzahl der Körperverletzungsdelikte deutlich gefallen war, stieg im abgelaufenen Jahr nicht nur die Anzahl der Körperverletzungsdelikte in der Gesamtheit um 34 Delikte von 444 auf 478 Taten wieder, sondern darüber hinaus auch die mit deutlich höherer Strafandrohung belegte gefährliche und schwere Körperverletzung (106).
Auch gab es deutlich mehr Anzeigen (187) wegen häuslicher Gewalt. 2010 waren es nur 152. "Die Steigerung der Fallzahlen in diesem Bereich spricht für eine offensive Öffentlichkeitsarbeit und spürbare Sensibilisierung der Bevölkerung sowie eine daraus resultierende, deutlich positive Verhaltensänderung der Opfer", sagt Weiner.
Die häusliche Gewalt werde nicht mehr als privates Schicksal, sondern als ernstzunehmender Delikt angesehen. Ferner wird dem Opfer aufgezeigt, dass es durch staatliche Einrichtungen wie Polizei und Beratungsstellen kompetente Betreuung erhält. 2010 wurde im Rahmen der Netzwerkarbeit von Polizei, Amtsgericht, Staatsanwaltschaft Hildesheim und Landkreis Holzminden das Projekt "Aktive Hilfe - Gewaltlos miteinander leben" initiiert, bei dem Täter lernen, ihr Verhalten zu ändern und Konflikte gewaltfrei zu lösen.
Bei vielen Gewaltdelikten, insbesondere bei Heranwachsenden und Erwachsenden, spielt zudem nach wie vor der Alkohol eine große Rolle. Fast die Hälfte der insgesamt 312 Körperverletzungsdelikte wurden von alkoholisierten Erwachsenen verübt. Bei den 61 als tatverdächtig ermittelten Heranwachsenden waren 30 alkoholisiert. Selbst bei den 87 tatverdächtigen Jugendlichen (14 bis 17 Jahren), die sich wegen Körperverletzungsdelikten zu verantworten hatten, standen 13 unter Alkoholeinfluss.
2011 wurden mehr Betrugsdelikte und Unterschlagungen (848) festgestellt. Das bedeutet erneut einen Anstieg um 42 gegenüber 806 Delikten im Vorjahr. Einen sehr deutlichen Anstieg nahmen die Fälle von Unterschlagungen. Während im Jahr 2010 insgesamt 107 Unterschlagungen angezeigt wurden, gab es im vergangenen Jahr 183.
"Eine professionelle und wirksame Kriminalitätsbekämpfung wird dafür sorgen, dass die Bürger sich in unserem Landkreis auch in diesem Jahr sicher bewegen können", gibt Weiner die Zielrichtung auch für dieses Jahr vor.
Einen besonderen Dank richtete die Leiterin des Kriminal- und Ermittlungsdienstes, Martina Stülzebach, an die vielen Bürgern, die sich als Hinweisgeber und Zeugen zur Verfügung gestellt haben und auf diese Weise zu diesem wiederum sehr positivem Gesamtergebnis beigetragen haben. Zudem unterstreicht sie die gute Zusammenarbeit nicht nur mit allen Netzwerkpartnern sondern auch mit der Bevölkerung im Landkreis Holzminden.