Oerlinghausen. Aufmerksam werden bei "pro NRW" die Vorgänge um den ehemaligen Vorsitzenden der CDU-Fraktion, Frank Böning, in der lippischen Stadt Oerlinghausen verfolgt.
Dessen Abwahl am Montagabend vom Posten des CDU-Sprechers als Folge seines Besuches auf dem "pro NRW"-Programmparteitags in Leverkusen wird als "antidemokratische Posse der besonderen Art" gewertet, als "wochenlange Kampagne linker Medien und Parteien". "Pro NRW"-Generalsekretär Markus Wiener bietet dem 43-Jährigen, der nun auch von "führenden ,Parteifreunden' zum Verzicht auf sein Ratsmandat aufgefordert" werde, eine neue politische Heimat an. Wiener rät Frank Böning, sein Ratsmandat zu behalten und zum ersten "pro NRW"-Stadtrat in Oerlinghausen zu werden. "Zusammen mit dem Lemgoer Stadtrat Fabian Thies oder dem Mindener Kreistagsabgeordneten Ulrich Manes könnten Sie bei pro NRW endlich wieder etwas für Ihre Heimat und die Deutschen in der Region Ostwestfalen-Lippe bewegen", erklärt der Generalsekretär in einer Pressemitteilung.
Der erzwungene Abgang des konservativen CDU-Hoffnungsträgers in Oerlinghausen bezeichnet "pro NRW" als "regelrechte Hetzjagd". Markus Wiener: "Wieder einmal ein unwürdiges Schauspiel der ehemals christlichen und konservativen CDU! Was für ein Niedergang der Partei Alfred Dreggers und Konrad Adenauers! Doch der ,Fall Böning' bestätigt einmal mehr, dass die CDU zu einer völlig zeitgeisthörigen und linken Partei degeneriert ist." Deren Linkstrend zu stoppen, das gehe definitiv nur noch von außerhalb der CDU. Diesen Weg gingen inzwischen viele ehemalige CDU-Mitglieder und Funktionäre innerhalb der Pro-Bewegung. Genannt werden der langjährige Ehrenfelder CDU-Vorsitzende Jörg Uckermann und der ehemalige Siegener JU-Chef Gereon Breuer (Sohn des dortigen CDU-Landrates Paul Breuer). "Für aufrechte Patrioten und Wertkonservative ist bei pro NRW immer Platz", erklärt Markus Wiener. "Zu diesem einzig konsequenten Schritt lade ich auch ganz herzlich Herrn Böning ein."
Gestern Nachmittag hat Frank Böning dankend abgelehnt. "Ein solches Angebot der pro-NRW-Partei an mich ist unerwünscht, und ich lege keinen Wert auf eine wie auch immer geartete Unterstützung aus dieser Richtung. Ich lehne diese und jede sonstige Offerte dieser Partei ab." Zu "pro NRW" mit ihrem "unausgegorenem rechten Weltbild und Zielen auf einem unseriösem Hintergrund" habe er sich mehrfach klar ablehnend geäußert. Und er distanziere sich hiermit abschließend. "Ich bin und bleibe CDU-Mitglied", erklärte Böning gegenüber der NW.
Nach der SPD, den Bündnisgrünen und einzelnen CDU-Ratsmitgliedern haben am Mittwochabend nun auch die Liberalen die Niederlegung des Ratsmandates als zwangsläufige Folge von Bönings Handeln bezeichnet. Sein Besuch bei "pro NRW" sei mehr als eine Dummheit gewesen, wie es CDU-Bezirkschef Elmar Brok bezeichnet hatte. Mit seinem "politisch-moralischem Fehlverhalten" habe Frank Böning dazu beigetragen, der Partei öffentlichen Raum zu verschaffen. "Er hat ihr möglicherweise ungewollt, aber indirekt genutzt", heißt es seitens der FDP-Stadtverbandsspitze.
Wenn man ihm weiter nichts vorwerfen kann und seinen CDU-Parteiausschluß fordert, offenbart man, daß man einen Mangel an demokratischer Haltung,