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01.06.2010
OERLINGHAUSEN
Kahlschlag muss sein
Bäume sind in die An- und Abflugschneise des Flugplatzes gewachsen
VON SUSANNE LAHR

Naturschutz und Fliegerei | FOTO: LAHR

Oerlinghausen. Die schwarz-gelbe mehrachsige Maschine mit dem langen Kranarm sieht gar nicht so furchteinflößend aus, ist aber ein Terminator des Waldes. In Minutenschnelle ist eine Kiefer gefällt, entastet, kleingesägt und gestapelt. Zurzeit ist der Harvester genannte Holzvollernter oberhalb des Segelflugplatzes im Einsatz. Dort muss eine 1,3 Hektar große Fläche weitestgehend abgeholzt werden.

Georg Hemkendreis, Geschäftsführer der Flugplatzgemeinschaft, erläutert die Hintergründe. Demnach sind die Bäume in Verlängerung der An- und Abflugschneise im Laufe der Jahre zu hoch geworden, sie gefährden die Sicherheit der Flieger. "Darum sind wir jetzt dabei, die gesetzlichen Vorgaben für die Hindernisfreigrenzen zu erfüllen." Welche Bäume fallen müssen, ist unter anderem in Absprache mit der Luftaufsichtsbehörde in Münster, dem Forstamt, dem Naturpark Senne als Eigentümer und der Stadt geklärt worden.

Naturpark-Geschäftsführer Peter Rüther und Biologe Daniel Lühr erklären, dass die Fläche oberhalb des Flugplatzes für das Naturschutzgroßprojekt nicht an vorderster Stelle als Einsatzgebiet vorgesehen war, "aber wir können unser Pflegekonzept natürlich anpassen", sagt Lühr. Zunächst einmal soll einige Solitärbäume stehenbleiben, einige werden in 8 Metern Höhe gekappt, um später als Totholz Waldbewohner nützlich zu sein, beispielsweise den Spechten.

Noch ist nicht abschließend geklärt, was mit der abgeholzten Fläche geschieht. "Wir haben zwei Optionen", erläutert Lühr. Zum einen könnte eine große Heidefläche entstehen, wie sie in den 50er Jahren dort zu finden war. Zum anderen könnte Wald nachwachsen, zum Flugfeld hin in abgestufter Höhe und mit lichten Baumarten wie Eiche, Birke, Eberesche bepflanzt. Zu den Wegen hin sollen auf alle Fälle 15 Meter breite Heidesaumflächen entstehen. Etwas Sorge haben die Biologen wegen der eingeschleppten Spätblühenden Traubenkirsche, die sich auf der Fläche rasendschnell auszubreiten droht.

Auch auf dem Flugplatzgelände selbst wird es eine Veränderung geben. "Unsere Rollbahn und die Flugplatzrandstraße kreuzen sich an einer Stelle", schildert Georg Hemkendreis. "Diese Gefahrenstelle wollen wir entschärfen." Daher wird die Flugplatzrandstraße verlegt und mit ihr auch der Trampelpfad, der sich hinter dem Campingplatz lang Richtung verlängerter Sennestraße befindet. Hemkendreis betont, dass es einen neuen Wanderpfad jenseits des versetzten Zaunes geben wird. Und Hinweistafeln sollen aufgestellt werden, die über Fauna, Flora und Fliegerei informieren. Mit im Boot ist nach den Worten des Flugplatz-Geschäftsführers auch der Umweltbeauftragte des Deutschen Aero-Clubs, der seit 1999 ein eigenes Referat "Umwelt und Natur" gegründet hat.


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