Oerlinghausen. Die Fliesenleger sind im Endspurt - in den Umkleiden und Duschen, im neuen Eltern-Kind-Bereich. Die Dachdecker isolieren das Dach des Anbaus, die Fassade ist bereits weitgehend hinter 14 Zentimeter dicken Wärmedämmplatten verschwunden. Im Keller wartet die neue Technik auf den ersten Probelauf. Im Hallenbad Helpup ist der Endspurt der Renovierung eingeläutet.
Nach Möglichkeit soll das Bad am Kopphof noch Ende des Jahres fertig sein. Hans-Werner Pehle, bei den Stadtwerken für den Bäderbetrieb zuständig, ist zuversichtlich. "Wir liegen gut im Plan", sagt er und schaut kurz zu dem Handwerker, der die neue Eingangstüre vom Flur zum Kassenbereich einbaut. Draußen werden derweil Platten auf die Außentreppe betoniert.
Wenig erinnert an das gut 40 Jahre alte Hallenbad. Die Zuschnitte der Räume sind verändert, verbessert worden, neue Bereiche geschaffen worden, wie ein Aufzug, eine behindertengerechte Umkleide, ein Wickelraum und viele Details mehr. So können die Leinen, die die einzelnen Schwimmbahnen abtrennen, künftig durch Bodenöffnung vor dem Schwimmmeister-Raum in den Keller versenkt werden, müssen nicht mehr umständlich auf Trommeln aufgewickelt werden. Zudem gibt es einen neuen Geräteraum.
Doch die wahren Innovationen stecken im Keller und werden für die Besucher nicht zu sehen sein. Unter dem angehobenen Becken, dessen Wasserspiegel bald auf Fußbodenniveau schwappt, ist wirklich alles neu: Lüftung- und Klimaanlage, Elektro- und Filtertechnik, Wärmetauscher, Rohrleitungen, Heizung. "Allein diese Technik macht rund 800.000 Euro der Gesamtkosten aus", sagt Stadtwerke-Chef Peter Blome. Diese liegen bei etwa 2,9 Millionen Euro.
Trotzdem ist in den Katakomben am Kopphof noch jede Menge Platz, nachdem kategorisch entrümpelt worden ist. Das reichte vom 100.000-Liter-Wasserspeicher, der einst mit Nachtstrom erhitzt wurde, über die Einrichtung von Saunen und medizinischen Baderäumen bis hin zu Bergen von Sand. Damit wäre noch Platz für eine Wärmezentrale, wie sie sich Peter Blome eigentlich für Helpup vorgestellt hatte. Allerdings hatte die Gesellschafterversammlung der Stadtwerke den Gedanken, die bestehenden Nahwärmeinseln zu vernetzen, zunächst einmal ad acta gelegt. Und so wird die mobile Heizstation, die vor rund zehn Jahren neben dem Bad errichtet worden ist und mit Gas befeuert wird, weiterhin ihren Dienst versehen.
Dafür haben die Stadtwerke die Chance genutzt, die Niederstromversorgung für den Stadtteil Helpup im Keller des Bades zu bündeln. Der neue Transformatorenraum macht gleich mehrere ältere Trafohäuschen im Dorf überflüssig. "Die werden wir an anderer Stelle zum Einsatz bringen", erklärt Blome.
In etwa 14 Tagen soll das erste Wasser ins weiß und blau gekachelte Becken fließen. Nachdem die neuen Unterwasserscheinwerfer und die Düsen für die Quereinströmung eingebaut sind. Dann sollen auch die Schränke für die Umkleiden eingebaut und mit der Installation der Armaturen begonnen werden. "Das machen wir so ziemlich zum Schluss", verrät Hans-Werner Pehle , "es soll ja nichts wegkommen."
Die Besucher des Hallenbades am Kopphof dürfen sich auch neben einer neuen Beleuchtung über eine neue Farbgebung freuen. Die Stadtwerke bringen zusätzlich zu Weiß, Blau und Grau auch Rot ins Spiel. "Die Wände der Schwimmhalle werden beispielsweise rot", sagt Pehle. Und durch die große Fensterfront des Eltern-Kind-Bereiches mit seinen drei Planschbecken fällt selbst an einem trüben November-Tag viel Licht in das alte Kopphof-Hallenbad, das in der Tat bald in ganz neuem Glanz erstrahlt.