Oerlinghausen. In diesem Jahr wird auf dem Flugplatz ein runder Geburtstag gefeiert: Der Segelflugverein besteht seit 60 Jahren. Der Flugplatz selbst ist viel älter, doch wohl selten hat es turbulentere Zeiten gegeben als in den vergangenen drei Jahren. Ende März 2008 berichtete die Neue Westfälische von einem Verler Unternehmer, der auf dem Bergstädter Flugplatz ein Helikopter-Unternehmen gründen will. Wenig später präsentiert Mario Mekus seine "Heli-Flight International", wie die Firma damals noch hieß, beim Flugplatzfest der Öffentlichkeit.
Mekus ist ein Exot in Unternehmerkreisen. Hemdsärmelig, jeden duzend, ungeduldig, emotional, Ideen sprühend und mit einem Selbstbewusstsein ausgestattet, das manchmal schwer zu ertragen ist. Neben der Hubschrauberfirma, die noch im Jahre 2008 in "Heli-Life international" umbenannt wurde, nimmt er sich auch des Flugplatzrestaurants an. Er pachtet das ehemalige "Daix", renoviert und wertet das Lokal optisch und qualitativ auf. Seit einigen Wochen ist das Engagement des Unternehmers, der im vergangenen Jahr in einem großzügig bemessenen Wohnmobil direkt am Flugplatz gewohnt hat, Geschichte.
Als Mekus 2008 nach Oerlinghausen kommt, ist er ein vom Erfolg verwöhnter Unternehmer. 1988 gründete er die Firma MAME Türendesign. Im Jahre 2005 bezieht Mekus eine neue Firmenzentrale in Rietberg und installiert ein ungewöhnliches Konzept der Mitarbeiterführung. Dabei stellt er Fitness- und Wellnessbereich, Sauna und Streichelzoo sowie den etwa 10.000 Quadratmeter großen Park nicht nur den Mitarbeitern zur Nutzung zur Verfügung, sondern auch deren Familienangehörigen. Er nennt das Konzept "Familie+" und heimst dafür vielfache Anerkennung ein. 2006 verkauft er sein Unternehmen und nimmt sich eine 14 Monate währende Auszeit. Dann beginnt sein Engagement in der Bergstadt.
Schon zu Beginn formuliert er nebulös: Der Heli-Bereich sei nur "Mittel zum Zweck". Über diesen Zweck lässt er lediglich verlauten, dass es sich um etwas handele, "das in Deutschland einmalig ist". Schon bald nach der Ankündigung, vom Flugplatz Oerlinghausen Helikopter starten zu lassen, regt sich der Widerstand von Bürgern. Sie befürchten eklatante Lärmbelästigungen, fordern Politik und Flugplatzgemeinschaft auf, die Ansiedlung zu verhindern.
Immer schärfer wird der Ton. Schließlich, Mekus hat bereits das ehemalige Daix ins stylische QDM verwandelt, stellt er sich der Kritik der Öffentlichkeit. Bei dieser Veranstaltung, bei der es hauptsächlich um zu laute Feiern im QDM geht, zeigt Mekus durchaus Einsicht, um dann gleich wieder mit einem unbedachten Spruch gewonnenes Terrain wieder preiszugeben ("Geht später schlafen, nehmt euch Oropax.") Das Verhältnis zwischen Teilen der Oerlinghauser Bevölkerung und dem Unternehmer eskaliert. Mekus sagt, dass er Drohanrufe erhalte, Unbekannte würden ihm Batterien von Flaschen vor die Tür stellen.
Im vergangenen Jahr kocht die Situation beim "Tanz in den Mai" noch mehr hoch: Mehrmals erscheint die Polizei, droht, die Veranstaltung abzubrechen. Mekus versteht es nicht, wie er auch Anfrage erklärt. Er sieht sich als Opfer. Seine Reputation hat er sich zu diesem Zeitpunkt schon längst kaputt gemacht. Das bestätigt auch Georg Hemkendreis, Geschäftsführer der Flugplatzgemeinschaft: Mario Mekus sei schwierig im Umgang, sprunghaft und nicht bereit, Kompromisse einzugehen. "Wer nicht für ihn ist, den sieht er als Gegner an."
Der Schnitt kommt nach dem Hubschrauberabsturz mit der Sängerin Anna-Maria Zimmermann im Oktober vergangenen Jahres. Kurz danach stellt er seine Geschäftstätigkeit ein, die Firma Heli-Life befindet sich in Liquidation. Ebenso wie das QDM. "Wegen Geschäftsaufgabe geschlossen", steht auf Zetteln in den Fenstern. Mekus selbst äußert sich auch auf Anfrage nicht. "Soweit ich weiß, ist er auf Teneriffa", sagt Hemkendreis. "Wir hoffen jetzt auf eine gütliche Beendigung dieses Intermezzos."