Oerlinghausen (guh). Nachdem der Hauptausschuss sich in seiner Sitzung Ende Mai für eine Kennzeichnungs- und Kastrationspflicht für freilaufende Katzen aus Privatbesitz ausgesprochen hat, wurde am Donnerstag das Thema im Umweltausschuss noch einmal diskutiert und mehrheitlich als Empfehlung an den Rat weitergegeben. "Wir haben jetzt die Aufgabe zu verhindern, dass diese Verordnung ein Papiertiger wird", erklärte Ausschussvorsitzender Thomas Reimeier (Grüne).
Um die Ausschussmitglieder eingehend zu informieren, hatte er Marianne Toman, Pressesprecherin der Tierheims Detmold und Katzenexpertin eingeladen. Die schilderte die Notwendigkeit der Kennzeichnungs- und Kastrationspflicht noch einmal in den glühendsten Farben. Solch eine Verordnung sei kein Papiertiger, sagte sie und verglich sie mit der Fülle an Verkehrszeichen an den Straßen. "Da steht auch nicht an jedem Schild ein Polizist." Die Leute müssten aber informiert werden, das sei das A und O.
"Wenn ein Kater ein Jahr alt wird und nicht kastriert ist, geht er im Umkreis von 20 bis 30 Kilometern auf Brautschau." Weil aber die beste Verordnung nichts nütze, wenn sie nicht bekannt sei, regte Toman an, eine Informationskampagne zu starten. "Denkbar ist auch ein Rundschreiben an alle Haushalte." Dabei solle nach dem Motto vorgegangen werden: So wenig Regelung wie möglich. Es müsse aber eine Verordnung mit der Möglichkeit dahinter stehen, ein Bußgeld zu verhängen zu können. In Paderborn, wo es diese Regelung bereits gibt, ist das Ordnungsgeld mindestens so hoch wie die Kosten für eine Kastration.
Jan Gerth (SPD) bezweifelte, dass die Verordnung funktioniert. "Wenn die Katzen lediglich gechipt werden, muss jeder Vertreter des Ordnungsamtes mit einem Lesegerät herumlaufen." Die Kosten für Katzenhalter bezifferte Gerth für Oerlinghausen auf insgesamt 180 bis 250 Euro. Allgemein begrüßt wurde der Vorschlag von Thomas Reimeier, in die Verordnung die kostenlose Registrierung in der Haustierdatenbank "Tasso" mit vorzuschreiben.












