Oerlinghausen. Die Ehre gebührt genau dem Richtigen. Da ist sich Stefan Koch absolut sicher. Auch wenn Alfred Obst ein bisschen Mühe hat, nicht rot zu werden, wie er später gestehen wird. Der Vorsitzende des TSV Oerlinghausen ist Laudator bei der Verleihung des Horst-Steinkühler-Preises am gestrigen Abend. Dabei ist Alfred Obst gewiss keiner, der nach Ehre strebt, im Gegenteil. Gerade seine unauffällige, bescheidene Art, mit der er seit vielen Jahren selbstverständlich für den Sport und seine Sportler eintritt, heben ihn aufs Podest.
Alfred Obst, Geschäftsführer des größten Oerlinghauser Sportvereins, seit 21 Jahren im Vorstand und Vater der Handballabteilung, lauscht im Kreis von Familie, Freunden und Sportkameraden im Bürgerhaus den lobenden Ausführungen. "Es ist nicht allein die lange Zeit, der sich Alfred diesen Aufgaben widmet", sagt Stefan Koch, "sondern es ist seine Art, die vielfältigen Aufgaben zu bewältigen, die an dieser Stelle zu würdigen sind."
Der 58-Jährige sei Fels in der Brandung. Bei mehr als 2.000 Mitgliedern im Gesamtverein und 16 Handball-Mannschaften im Kinder-, Jugend- und Erwachsenenbereich, knappen Hallenzeiten und finanziellen Ressourcen gewiss keine leichte Aufgabe. Doch Alfred Obst begegne allen Widrigkeiten "mit herrlicher Unaufgeregtheit", habe immer das gemeinsame Ziel – die Förderung des Sports – im Auge. "Alfred ist konsensfähig, stets der Sache verpflichtet und immer mit dem Blick auf das Wesentliche."
Neben seinen Fähigkeiten als hervorragender Problemlöser mit ausgeprägtem Gerechtigkeitssinn "sei er sich auch für keine Tätigkeit zu schade". Vom Kartenverkauf, Würstchengrillen, bis hin zum Aufräumen der Halle. Eben einer, der immer mehr macht als andere.
Stefan Koch hebt hervor, wie viele Menschen das unentbehrliche Engagement des 58-Jährigen wahrnehmen und hoch einschätzen. Denn davon profitieren Hunderte von Handballern, noch mehr TSV-Sportler und schließlich auch die Stadt, die durch Menschen wie Alfred Obst liebens- und lebenswerter werde. Dank sagt Stefan Koch auch Sigrun Obst und Tochter Annika, die Mann und Vater immer wieder ziehen lassen, aber auch den Unterstützern des Preisträgers im Verein. "Der heutig Glanz strahlt auch ein wenig auf sie."
Aus der Hand des SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Jens Hartmann nimmt Alfred Obst die Urkunde entgegen. "Als ich von der Auszeichnung erfuhr", sagt er, "habe ich mich gefragt, ob nicht andere vor mir dran sind. Doch ich muss sagen: Ich kann damit leben." Und die Lachfältchen um seine Augen werden bei diesen Worten ein bisschen tiefer.