Oerlinghausen. Christoph hat Krebs. Nur eine Übertragung gesunder Stammzellen kann sein Leben retten. In Oerlinghausen hat sich eine Initiative gebildet, die mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) dem 22-jährigen Zerspanungsmechaniker helfen will. Geplant ist eine große Typisierungsaktion am Samstag, 1. Oktober, in der Aula des Niklas-Luhmann-Gymnasiums.
Seit Tagen zieren auffällige Plakate der DKMS die Schaufenster vieler Geschäfte, Institutionen und Schulen in der Region. Sie zeigen das Foto eines offensichtlich fröhlichen jungen Mannes. Sie werben um Hilfe für einen sterbenskranken Menschen. "Christoph geht es zurzeit sehr schlecht", beschreibt Simon Stifter, Sprecher der Knochenmarkspenderdatei, den Gesundheitszustand des Oerlinghausers. Seinen Hobbys, der Malerei und regelmäßigen Besuchen im Fitnessstudio, kann der 22-Jährige schon lange nicht mehr nachgehen. Der Krebs hat ihn geschwächt. "Christoph kann nur überleben, wenn es - irgendwo auf der Welt - einen Menschen mit nahezu gleichen Gewebemerkmalen im Blut gibt, der zu einer Stammzellespende bereit ist", sagt Stifter.
Bislang ist die weltweite Suche nach einem passenden Stammzellspender für Christoph erfolglos verlaufen. Deshalb sei es immens wichtig, dass möglichst viele Menschen sich an der Typisierungsaktion beteiligen. So wollen Freunde und Familie auch möglichst viele Vereine und Verbände in Oerlinghausen und Umgebung gezielt ansprechen und bitten, mitzumachen. "Grundsätzlich geht aber die Bitte an alle zwischen 18 und 55 Jahren, am 1. Oktober zur Typisierungsaktion ins Gymnasium in Oerlinghausen zu kommen", sagt Stifter.
Nach dem Ausfüllen einer Einverständniserklärung werden dem Spender fünf Milliliter Blut abgenommen, die dann auf Gewebemerkmale untersucht werden. Niemand, der sich typisieren lässt, muss dafür Geld bezahlen. Aber die Untersuchung jeder Probe koste 50 Euro, heißt es von der DKMS. "Diese Kosten werden weder von öffentlicher Seite noch von den Krankenkassen übernommen", erklärt Stifter, der mit einer "gewaltigen Resonanz" bei der Typisierungsaktion am Samstag rechnet. Folglich sei man auf Spenden angewiesen.
Auf einen großen Ansturm in ihrer Schule stellt sich auch die stellvertretende Leiterin des Luhmann-Gymnasiums ein. "Nach Prognosen der DKMS rechnen wir derzeitig mit zirka 1.000 Menschen, die sich typisieren lassen werden", sagt Caro Brauneis. Für die Aktion stelle das Gymnasium gerne seine Räumlichkeiten zur Verfügung. "Das ist doch Ehrensache, wenn wir Christoph damit helfen können", sagt Brauneis. Auch sie selbst möchte sich typisieren und ihre Daten in die Knochenmarkspenderdatei aufnehmen lassen. "Vielleicht kann ich mit meinen Stammzellen Christoph oder anderen bedürftigen Menschen helfen", sagt sie. Die stellvertretende Schulleiterin hofft auf viele Menschen, die es ihr gleichtun werden.