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21.01.2012
DETMOLD - UPDATE
Demonstration gegen Nationalpark-Pläne
2.000 Menschen bei Veranstaltung in Detmold

Mit schwerem Gerät | FOTO: THORSTEN ULONSKA

Detmold. Die Gegner des Nationalparks machen mobil: Rund 2.000 Menschen demonstrierten in Detmold gegen die vom Land geplante Ausweisung des "Nationalparks Teutoburger Wald". Mehr als 100 Traktoren und Langholzfahrzeuge begleiteten die Demonstration.

Während die letzten Trecker starteten, erreichten die ersten schon den Kundgebungsplatz. Keiner habe mit so vielen Teinehmern gerechnet, hieß es von Seiten der Veranstalter, der Bürgerbewegung "Unser Teutoburger Wald". Den Nummernschildern der Fahrzeuge zufolge waren viele Teilnehmer aus den Kreisen Paderborn und Höxter gekommen. Transparente klebten an den Traktoren; kündeten von der Sorge um zu hohe Kosten, Wegeverbote oder darum, künftig kein Holz mehr im Wald schlagen zu können. Viele Plakate richteten sich auch persönlich gegen Landrat Friedel Heuwinkel, unterstellten dem CDU-Politiker, sich ein Denkmal setzen zu wollen.

"Hopp, hopp, hopp – der Nationalpark ist ein Flop" oder "Nationalpark? Nein, danke" skandierend zogen die Demonstranten durch Detmold. Vorbei auch an Ständen von Projekt-Befürwortern. Vertreter der Umweltschutzverbände und der Grünen argumentierten mit den Nationalparkgegnern, gerieten zum Teil lautstark mit ihnen aneinander.

FDP gegen Öko-Sozialismus

Vorm Landestheater eröffnete Jürgen Ruth ("Unser Teutoburger Wald") die Kundgebung. Die große Zahl der Demonstranten sei ein "phantastisches Zeichen" gegenüber Heuwinkel und Umweltminister Johannes Remmel (Grüne). "Mit uns kann man nicht machen, was man will", rief Ruth. Er hoffe, dass Heuwinkel die heutige Sitzung des Kreistages mit den Worten eröffne: "Der Nationalpark ist tot."

Der Vorsitzende des Waldbauernverbandes NRW, Philipp Freiherr Heereman, nannte den Demonstrationstag "einen guten Tag" für NRW, die von vielen geforderte Bürgerbefragung zum Nationalpark "ein Spiel auf Zeit". Beatrix Boekstegers (Waldbauernverband Lippe) sagte, in den vergangen 300 Jahren habe sich der Wald durch nachhaltige Bewirtschaftung optimal entwickelt, dies müsse im Interesse von Flora und Fauna so bleiben.

Frank Schäffler, Vorsitzender der FDP in Ostwestfalen-Lippe, verwahrte sich gegen "Öko-Sozialismus" aus Düsseldorf. Auch Heinrich Kemper (Landwirtschaftlicher Hauptverein) und Augustdorfs Bürgermeister Andreas Wulf protestierten. Stephan Prinz zur Lippe bekräftigte, dass seine Wälder nicht zur Verfügung stünden: "Das muss endlich mal zur Kenntnis genommen werden. Ich bleibe dabei: Wer was anderes gehört haben will, hatte ein Blackout."

Kein Düsseldorfer Testgebiet

Elmar Brok, CDU-Chef in OWL, nannte die Wirtschaftlichkeitsgutachten, denen zufolge sich ein Nationalpark rechnet, von den Befürwortern "bestellt". Sie kalkulierten mit Besucherzahlen für Attraktionen im Lipperland wie dem Hermannsdenkmal und den Externsteinen, die gar nicht zum Nationalpark gehören sollen. "Wir haben hier den Prinzen gehört, Minister Remmel aber hält sich für den Fürsten und spricht von ,seinen Wäldern‘." Lippe sei nicht das Testgebiet Düsseldorfs.


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Kommentare
"Wald für Mensche - nicht für Würmer" ? Nun ja, die Welt kann ohne Menschen gut überleben, ohne Würmer nicht. Vom ursprünglichen Urwald in Europa sind nur noch 1% übrig und nun sollen die kläglichen Reste zu einem Freizeitpark verkommen. Im Zweifelsfalle kann man dann diesen Wald auch besser ausbeuten, ohne lästige Gesetze. Der Mensch hat sich aggressiv und rücksichtslos auf der Erde ausgebreitet und beansprucht nun auch noch den Rest für sich. Kein Platz mehr für echte Natur? Die Menschen übersehen dabei aber, dass auch sie den Gesetzen der Natur unterliegen.

Wie sagten die Alten noch immer? "Lesen bildet!" Und sie haben recht. Ich empfehle jedem das Gutachten des LANUV NRW vom Mai 2011 zu lesen.
Darin wird klar in welchem Zustand die für den Park vorgesehenen Flächen im Moment sind. Und der Text redet auch nicht groß drum herum, dass das nicht trotz der Nutzung, sondern WEGEN der bisherigen Nutzung so ist.
Was vor allem deutlich wird ist, der Nationalpark soll kommen, weil man (der Minister??!) es kann/will, nicht weil es aus Naturschutzfachlicher oder wirtschaftlicher Sicht unumgänglich ist.
Dann sollte man sich unbedingt die Zusammenfassung der Ergebnisse des Gutachtens von Roland Berger, vom 26.03.2010 durchlesen. Wenn man mal den (vom Umweltminister bezahlten) fett gedruckten Wörtern nicht das Gewicht gibt das sie haben sollen, dann liest man da sehr deutlich, das ein Nationalpark, unter Umständen, vielleicht, eventuell, wenn alles gut Läuft, bei Sonnenschein, nach einigen Jahren, auch wirtschaftlich annähernd Tragbar seien könnte, aber nicht zwangsläufig besser seien muss als ein gutes Konzept für den (bereits bestehenden) Naturpark!

vor einigen Wochen habe ich in einem der Natur nahestehendem Magazin gelesen, dass sehr viele Wildarten u.a. auch der Schwarzstorch ,Wildkatze , Uhu sich im Teutoburger heimisch fühlen. So gesehen besteht doch gar kein Zwang das bestehende Gebiet in einen Nationalpark umzuwandeln .Offensichtlich veträgt sich der bestehende Naturschutz sehr gut mit den wirtschaftlichen Interessen der Eigentümer und Nutzer des Waldes. Warum muß also noch das Mäntelchen "Nationalpark" übergestülpt werden? Es ist schon fast arrogant, wie sich die Politiker über die Interessen und das Eigentum der Betroffenen hinwegsetzen ,und obwohl sie genau wissen, das sie mit den geplanten Investitionen den Steuerzahler mit nicht unerheblichen Summen belasten.

@naturschützer, endlich stellt das mal jemand richtig mit den Abkürzungen (nicht NPL sondern NLP ist gemeint). Und ihre Kommentare sind in jeder Hinsicht sachorientiert und fachlich sehr kompetent. Nlp-Befürwortern sollten es lesen, verstehen und lernen lernen lernen...und irgendwann machen wir gemeinsam einen besseren Natur- und Umweltschutz auch für einen angemessenen Tourismus in der Region!

Wenn man sich auf Plakaten und in Worten eines Herrn Schäffler der grotesken Floskel "Ökosozialismus" bedient, um einen Nationalpark madig zu machen (wie ihn auch z.B. der Sozialist Wulff im Harz eingerichtet hat), zeigt sich darin nur die Erbärmlichkeit der Argumente der Nationalpark-Gegner.



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