Leopoldshöhe. In der Grundschule Asemissen werden bereits behinderte und nicht behinderte Kinder gemeinsam unterrichtet. Wann die Grundschule Leopoldshöhe nachzieht, ist noch offen.
Die Aufnahme von hörgeschädigten Kindern an dieser Schule steht für das nächste Schuljahr noch nicht zur Debatte. Kurzfristig besteht kein Handlungsbedarf, denn nach Information der Schulleiterin der Westkampschule in Bielefeld haben nicht genügend Eltern den Wunsch geäußert, ihre Kinder mit Beginn des Schuljahres 2012/2013 an der Grundschule Nord integrativ beschulen lassen.
Grundsätzlich wird die Inklusion in Leopoldshöhe aber weiter verfolgt. Wie berichtet, strebt die Förderschule des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) mit dem Förderschwerpunkt Hören und Kommunikation an, Kinder mit Hörschäden im Zuge der integrativen Betreuung auf zwei weitere Schulstandorte zu verteilen. Für den Bereich Lippe ist die Grundschule Nord im Gespräch. Laut Konzept sollen pro Klasse 20 normal hörende und fünf hörgeschädigte Schüler gemeinsam unterrichtet werden. Herausforderung und Anspruch, die Inklusion voranzutreiben, seien da, betonte Bürgermeister Gerhard Schemmel, als das Thema im Ausschuss für Bildung und Kultur auf der Tagesordnung stand. Die Gemeinde als Schulträger müsse sich der Verantwortung stellen, "wenn wir den Bildungsstandort Leopoldshöhe halten und entwickeln wollen", meinte Schemmel. Angesichts der damit verbundenen notwendigen Investitionen und problematischen Finanzsituation Leopoldshöhes komme das Thema zurzeit allerdings "gänzlich ungeeignet".
Heinrich Kessen, Schulrat für die Förderschulen in Lippe, hatte zuvor über den Sachstand im Kreisgebiet und den Diskussionsverlauf zur Inklusion im Land berichtet. "Es geht weg von den Förderschulen hin zum inklusiven Lernen", betonte er. Neben ausreichenden personellen und finanziellen Ressourcen sei die positive Haltung der Schule eine Grundvoraussetzung für das Gelingen des gemeinschaftlichen Unterrichts von Kindern mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf. An der Grundschule Asemissen wird Inklusion seit Beginn des Schuljahres 2010/2011 praktiziert. Erfolgreich.












