Oerlinghausen. "Ab dem 1. März werden wir wieder durchstarten", kündigt Gernot von Ackern an. Dann werden noch zweimonatiger Pause die ersten Gäste dieses Jahres in der Jugendherberge Oerlinghausen auf dem Tönsberg erwartet.
Das vergangene Jahr habe die Erwartungen erfüllt, sagt von Ackern, der die Jugendherbergen in Detmold und Oerlinghausen leitet. 8.000 bis 10.000 Übernachtungen, "in diesem Rahmen haben wir uns in den vergangenen Jahren bewegt, dort werden wir wieder hinkommen". Von Ackern verhehlt aber nicht, "dass es immer schwieriger wird". Das Jugendherbergswerk habe mittlerweile moderne Häuser gebaut. "Oerlinghausen ist noch die richtige Landjugendherberge. Viele mögen das, anderen ist der Standard nicht mehr genug." Zudem müsse dem fehlenden Außengelände zum Bolzen etwas entgegengesetzt werden. "Herbergsvater Reinhard Götze macht das hervorragend."
Vor allem Grundschulklassen kommen nach Oerlinghausen. In der Regel wird zweimal übernachtet. "Vier bis fünf Übernachtungen wie noch vor 15 oder 20 Jahren, das gibt es nur noch äußerst selten." Entsprechend hoch sei der Aufwand für die Herberge.
Dass die meisten nur wenige Tage bleiben sei "ein gesellschaftliches, finanzielles Problem", umschreibt von Ackern die Erfahrung, dass insbesondere in Klassen, die aus dem Ruhrgebiet kommen, bei vielen Teilnehmern das Geld fehlt, die Aufenthalte über die Schulpflegschaft finanziert werden müssen, um den Kindern die Gemeinschaftserfahrung zu ermöglichen.
Wichtigster Kooperationspartner der Oerlinghauser Jugendherberge ist das Archäologische Freilichtmuseum. "Stadtrallye, Freilichtmuseum, und dann geht es schon wieder nach Hause", beschreibt Gernot von Ackern die gängigen Abläufe. "Zeit für andere Dinge bleibt meist nicht." Die eigens angelegte Klettermöglichkeit auf dem Berg, werde so gut wie nicht genutzt. Eben deshalb, weil ältere Schulklassen ausbleiben. "Ich glaube", sagt von Ackern, "dass wir da ein bisschen fehl gelegen haben, aber einen Versuch ist und war es wert."
Weil ältere Schüler wegbleiben, ist auch Zusammenarbeit mit der Segelflugschule eingeschlafen. Im Sommer hingegen sei das Freibad ein Anziehungspunkt Vorstellen könnte sich von Ackern auch eine Vernetzung mit dem Naturschutzbund, "wenn die Programme entsprechend abgestimmt sind".
In den Ferien gibt es Familienangebote in der Jugendherberge. Sechs Nächte Halbpension für kleines Geld. "Das nutzen einige, die die Lage zwischen Detmold und Bielefeld schätzen und mobil sind." Von Ackern und sein Team denken insgesamt positiv. "Bis jetzt passen die Zahlen."