Oerlinghausen (tee). Windkraftanlagen in Oerlinghausen? Das Thema wurde nach vielen Diskussionen um den Standort Währentrup vor sechs Jahren zu den Akten gelegt. Jetzt kommt es zurück.
In der Windkraft liegt viel Potential, erklärte jetzt BAUM-Consult-Geschäftsführer Johannes Auge, als er das von seinem Büro erarbeitete Klimaschutzkonzept für die Bergstadt dem Umweltausschuss vorlegte. Auf seiner Prioritätenliste steht zwar der Ausbau solarer Energieerzeugung mit Platz 4 einen Rang vor der Windkraft. Aber mit ihr lässt sich mit einen geringenen Aufwand mehr Strom erzeugen. In Oerlinghausen sollte über wenigstens zwei Anlagen nachgedacht werden, erklärte Auge.
Platz 1 beim Gutachter nimmt die energetische Sanierung öffentlicher Gebäude ein. Die Stadt sollte mit gutem Beispiel vorangehen. Private Maßnahmen und Energiesparanstrengungen folgen. Eine Gewichtig nicht von ungefähr. In Oerlinghausen verbraucht nach Auges entfallen auf die Wirtschaft 16 Prozent des Energieverbrauchs, auf die Haushalte 33 und auf den Verkehr 39 Prozent. "Das zeigt, dass Strategien gefordert sind, die gesamtgesellschaftlich auf breiter Front angreifen." Gelingt das und ziehen alle an einem Strick, sollte es nach Einschätzung des Gutachters möglich sein, die Bergstadt bis zum Jahr 2050 energieautark zu machen und CO2-neutral. Seinen Strombedarf könnte Oerlinghausen eventuell schon 2030 selbst decken, bei der Wärme sei ein Vollversorgung schwieriger zu erreiche. "Es sei denn, es kommen Technologien, die wir jetzt noch nicht kennen", meinte Johannes Auge. Er wies darauf hin, dass der Sektor Verkehr im Blick auf den Klimaschutz nur in ganz geringem Maße lokal zu beeinflussen sei.
Während in den Bereichen Solar und Windkraft Potentiale liegen, sei der Sektor Biomasse in Oerlinghausen praktisch ausgereizt. Was Strom- und Wärmeproduktion aus Holz und Kraft-Wärme-Kopplung anbelangt, haben die Stadtwerke schon erheblich vorgearbeitet, erklärte Auge. Oerlinghausen stehe mit einem CO2-Aufkommen von 7,5 Tonnen pro Jahr und Einwohner deutlich besser da als Deutschland im Schnitt (9,5 Prozent). "Aber das Ziel muss nun einmal 2 Tonnen heißen."
Johannes Auge bezeichnete das vorliegende Klimaschutzkonzept als einen ersten Wurf. Es sei kein Endprodukt, auch wenn sich an der Richtung nichts großartig ändern werde. Über Schwerpunkte und Prioritäten werde zu diskutieren sein. An dieser Diskussion und der Gestaltung des Endprodukt sollen alle Oerlinghausen mitwirken. Wie berichtet, ist für den kommenden Mittwoch eine erste Klimakonferenz anberaumt. Interessierte können sich durch einen Blick in das bisher noch knapp gehaltene Klimaschutzkonzept im Internet-Auftritt der Stadt vorbereiten. Dass das Papier noch nicht mit vielen Details und einer Menge von Vorschlägen aufwartet, ist beabsichtigt. "Wir möchten ergebnisoffene Diskussionen", erklärte Beigeordneter Hans-Jörg Düning-Gast im Blick auf die Bürgerbeteiligung.












