Oerlinghausen. Kleine Lichter blinken. Dr. Norbert Kirchner hält seinen Chip davor. Der Essensplan für die Woche erscheint. Ein dicker Pfeil führt den Weg zu den Speisen der kommenden Woche. "Läuft", sagt der Leiter des IT-Mangagement der Stattküche Schul- und Kindergartencatering gGmbH. Der Weg bis zu dieser positiven Meldung war allerdings länger als gedacht.
Eigentlich hätte das Chip-System in der Mensa des Niklas-Luhmann-Gymnasiums (NLG) schon im Dezember laufen sollen. Nach dem Wechsel des Caterers hatte es jedoch Probleme mit den Datensätzen gegeben (die NW berichtete). Hinzu kam, dass das streng abgesicherte Schulnetz sich nicht mit den Bedürfnissen der Stattküchen-Hardware vertrug. "Die Integration erfordert sehr viel Abstimmung", bestätigte Norbert Kirchner.
"Unser System benötigt ein höheres Maß an Freigabe, als es das Schulnetz erlaubt." Bei neuen Mensen sei ein eigener Anschluss der Stattküche, "mit dem wir gar nicht erst über das Schulnetz gehen müssen, Standard", erläutert der Fachmann aus Münster. Da der bisherige Anbieter im NLG über das Internet nicht nach draußen gegangen sei, seien die Voraussetzungen zunächst andere gewesen, erklärt Stattküchen-Geschäftsführer Burkhard Kamenz.
Probleme habe auch der von der Stadt ausdrücklich gewünschte Punkt bereitet, dass Schüler ihren Chip vor Ort mit Bargeld aufladen können sollten. "Das hat es mit verzögert", bestätigt Kamenz. "Für uns war das eine neue Geschichte. Das ist die einzige von uns belieferte Schule, in der vor Ort aufgeladen werden kann." Da der sogenannte Geldaufwerter mit dem System bislang nicht vereinbar ist, können Schüler die Möglichkeit an der Mensakasse nutzen, machen aber bislang wohl kaum Gebrauch davon, wie Kamenz gehört hat.
Insgesamt ist er froh, dass die "unendliche Geschichte" nun vom Tisch ist. Gemeinsam mit EDV-Lehrer Michael Blase ist eine Möglichkeit gefunden worden, die technischen Tücken zu umschiffen und einen Internetzugang außerhalb des Schulnetzes zu schaffen.
Seit Donnerstag läuft nun alles reibungslos. "Das Vorbestellen der Menüs hat auch vorher schon geklappt", betont Schulleiter Stefan Sudholt. Nur die Chips hätten noch nicht mit Geld aufgeladen werden können. Rund 900 hatte der Stattküchen-Betreiber neu mit den Daten jedes einzelnen Schülers und Lehrers füttern müssen.
Das Umprogrammieren habe gut funktioniert, bestätigt Stefan Sudholt. "Da hat die Stattküche gut gearbeitet." Innerhalb von ein paar Tagen seien alle Chips, geordnet nach Klassen, zurück gewesen.
Auch über die Qualität des Essens hat der Schulleiter nur positive Rückmeldungen bekommen. Zwei Menüs, ein Nudelgericht und eine Salatbar stehen jeweils zur Auswahl. Bis 9.30 Uhr kann vor- oder auch abbestellt werden. "Die Einzahlung erfolgt in der Regel bargeldlos auf ein Girokonto, mindestens im Gegenwert von einem Essen", erläutert Dr. Norbert Kirchner das Füttern der Chips. Burkhard Kamenz sieht es als großen Vorteil an, "dass Eltern ihren Kindern kein Bargeld mitgeben müssen".
Wird der Chip vor ein Lesegerät gehalten, können die Mensa-Mitarbeiterinnen um Nadine Burkamp und Gudrun Höpker anhand einer aufleuchtenden Ampel sehen, welches Menü es sein soll, ob und wann es bereits abgeholt worden ist. Rot zeigt: Nicht vorbestellt. Auch, wie viele Essen für Vorbesteller zurückbehalten werden müssen, ist abzulesen.
Wer spontan essen möchte, der könne das nach wie vor, sagt Schulleiter Stefan Sudholt. Im Snack-Bereich sowieso. Menüs würden allerdings nur in begrenzter Anzahl vorgehalten und kosteten demnächst zehn Prozent mehr.