Kreis Herford (trau/jwl). Er hatte, wie seine Mitschüler, viele Pläne: der blonde junge Mann, der im Jahr 2006 am Königin-Mathilde-Gymnasiumn sein Abitur machte. Doch der Herforder Marco K. ist tot. Der 22-Jährige starb am Wochenende bei dem Bootsunglück auf dem Vänersee in Schweden (NW berichtete).
Ehemalige Mitschüler zeigten sich nach Bekanntwerden der Unfall-Nachricht schockiert. Sie schildern den jungen Mann als "freundlichen" und "hilfsbereiten" Menschen. "Er war ein ausgesprochen angenehmer und hilfsbereiter Schüler", erinnert sich auch Heinz-Wilhelm Engelbrecht, Jahrgangsstufenleiter des Abi-Jahrgangs 2006. "Ich hatte ihn selbst viele Jahre im Unterricht, im Leistungskurs Mathematik." Marco K. und sein Vater, der stark unterkühlt geborgen werden konnte, hätten die Schule immer wieder unterstützt. Der Vater des 22-Jährigen besitzt einen Handwerksbetrieb in Herford.
Neben dem jungen Herforder starb der 35-jährige Thomas L. in dem knapp vier Grad kalten Wasser. Er besaß in Löhne einen Malerbetrieb und kannte die Herforder offenbar über den Eishockeysport. Der ertrunkene 22-Jährige spielte früher für den Herforder EC, und L. war Betreuer des Vereins. Nach der Insolvenz des Klubs vor einigen Jahren war er noch passives Mitglied des Nachfolgevereins Herforder EV.
See wird von Touristen unterschätzt
Die drei Männer waren nach schwedischen Angaben mit einem dreieinhalb Meter langen Boot mit Außenbordmotor rausgefahren. Der größte See des skandinavischen Landes wird von Anwohnern als manchmal tückisches und von Touristen unterschätztes Gewässer geschildert. Das Trio war Sonntag vom Ostufer aus gestartet. Kurz vor Mittag gab es dann den Notruf einer Frau: Es sei zu einem Bootsunglück gekommen. Die Retter hatten zunächst keine Angaben über den genauen Unfallort. Knapp eine Dreiviertelstunde lang suchten deshalb zwei Helikopter und zwei Schiffe nach dem Kunststoffboot. Während der 50-jährige Herforder lebend geborgen werden konnte, kam für seinen Sohn und für das Löhner Opfer die Hilfe zu spät.
Die Ursache für das Unglück ist unklar. Die schwedischen Behörden haben die Ermittlungen aufgenommen. Der 50-jährige Herforder war in eine Klinik in Skövde gebracht worden. Seine Verletzungen erwiesen sich jedoch als weniger schwer, wie das Krankenhaus mitteilte: "Er hat das Krankenhaus inzwischen wieder verlassen", erklärte Pressesprecherin Inger Bergman.