Löhne (trau). In der ersten Mammutaufgabe steckt er noch mittendrin, da muss er sich schon auf die nächste stürzen: Rechtsanwalt Hans-Peter Burghardt hat derzeit in Sachen Insolvenzen viel zu tun. Während bei Fennel Technologies (FTAG) nach der Pleite die letzten Schritte absolviert werden, soll Burghardt nun helfen, Konkurrent OLHO zu retten. Der zweite große Löhner Autozulieferer hatte vorgestern für drei Firmen der Gruppe den vorläufigen Insolvenzantrag gestellt (wir berichteten).
Nach ersten Gesprächen in Löhne am Montag fuhr Hans-Peter Burghardt gestern nach Sinsheim, wo eine der drei bedrohten Firmen ihren Sitz hat. "Ich habe in Löhne eine Menge Hausaufgaben hinterlassen", sagte Burghardt. Er müsse zunächst alle notwendigen Daten sammeln um sich einen Überblick zu verschaffen. Insofern sei es für ihn noch schwierig die Lage einzuschätzen. "Aber eines ist schon klar. OLHO ist ein anderer Fall als die FTAG zuvor."
OLHO habe in der Vergangenheit bewiesen, dass man gewinnbringend arbeiten könne. "Das macht Hoffnung für die Sanierung", so Burghardt. Außerdem gebe es eine hochengagierte Inhaberfamilie, während die FTAG fremdgeführt worden sei. "Das macht einen großen Unterschied." Der OLHO-Geschäftsführung könne man auf den ersten Blick keine handwerklichen Fehler vorwerfen. Diese Einschätzung teilte gestern gegenüber der NW auch ein intimer Branchenkenner. "OLHO ist ein patentes Unternehmen, dem die Überwindung der Krise zuzutrauen ist", erklärte er.
Betroffen vom Insolvenzantrag sind OLHO Technik, die OLHO GmbH und das Werk in Sinsheim. "Die ausländischen Produktionswerke der Gruppe sind nicht involviert", sagt Burghardt. Wie eng diese mit dem Mutterunternehmen verbunden seien, könne er jedoch noch nicht sagen.
Bei der FTAG laufen unterdessen die letzten Produktionstage. "Wenn wir die letzten Aufträge abgearbeitet haben, ist Schluss. Dann bleibt nur noch die Mannschaft für die endgültige Abwicklung", kündigte Burghardt an. Besonders bitter: Nach NW-Informationen hat mindestens ein früherer FTAG- Mitarbeiter eine neue Anstellung bei OLHO gefunden und muss nun erneut um seinen Job fürchten.












