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25.05.2009
Der Weg zurück nach dem Schlaganfall
Herforder Gesundheitsgespräche von AOK und Klinikum / Diskussion und Workshops mit 80 Besuchern
VON GERALD DUNKEL

Besucher fragen, Experten antworten | FOTOS/COLLAGE: GERALD DUNKEL

Kreis Herford. "Von einem Moment zum anderen, schlagartig, war nichts mehr so wie es war." So beschreiben es Menschen oft, die einen Schlaganfall erlitten haben. Mit einem umfangreichen Informationsabend schlossen das Klinikum Herford und die AOK dieses Thema im Rahmen der Herforder Gesundheitsgespräche ab.

Viele der gut 80 Besucher gehörten zu den etwa 250.000 Bundesbürgern, die jährlich einen Schlaganfall erleiden. Obwohl selbst oder indirekt durch Familienangehörige teils über Jahre davon betroffen, war das Informationsbedürfnis immens. Vorbeugung, Behandlung, Rehabilitation und die Arbeit der Selbsthilfegruppen Schlaganfall und Aphasiker - das waren die Themen, der mit einem umfangreichen und laienverständlichen Vortrag von Professor Matthias Sitzer, Chefarzt der Neurologischen Klinik am Klinikum Herford, begann. "Die Folgen eines Schlaganfalls sind nicht endgültig." So lassen sich seine Ausführungen zusammenfassen. Der Mediziner erläuterte die Ursachen, Risikofaktoren und die Behandlung von Schlaganfällen.

Bei rechtzeitiger Diagnose und Behandlung könne viel erreicht werden, um den Symptomen wie Lähmungen, Sprach-, Seh- und Bewusstseinsstörungen entgegenzuwirken. Allerdings sterben immer noch 25 Prozent, weitere 25 Prozent bleiben pflegebedürftig und mehr als 40 Prozent leiden unter Restschädigungen. 800 bis 1.000 Menschen erleiden im Kreis Herford jährlich einen Schlaganfall. Und es werden mehr -, bedingt durch das höhere Lebensalter, das die Menschen erreichen.

Zwischen vier Gruppen zu den einzelnen Themen hatten die Besucher nach dem Vortrag die Wahl. Besonderen Andrang mit Diskussionspotenzial erfuhr Dr. Alexander Hemmersbach, Chefarzt der Johanniter Ordenshäuser in Bad Oeynhausen. Er informierte über Möglichkeiten der Rehabilitation. Hier wurde deutlich, unter welch großem Druck die Angehörigen stehen können, die einen pflegebedürftigen Gatten betreuen - oft über Jahrzehnte. "Besonders schlimm ist es, wenn mein Mann keine Hilfe mehr annehmen will, aber gleichzeitig unerträglich wird, wenn etwas nicht so klappt, wie er es gern hätte", erzählte eine Frau.

"Die Sprache zu verlieren ist genau so grausam wie eine Isolationshaft. Sich nicht mehr mit eigenen Worten verständigen zu können, berührt die persönliche Würde." So beschrieb der ehemalige Bundespräsident Roman Herzog die Situation eines Aphasikers einst. Die Selbsthilfegruppen Aphasiker und Schlaganfall informierten über ihre Arbeit. "Es ist gut, wenn man nicht nur mit seinem Arzt über seine Probleme spricht, sondern auch Menschen kennen lernt, die das gleiche Schicksal haben", sagte eine Besucherin.

"Aphasie hat aber nichts mit geistiger oder psychischer Störung zu tun", betonte Ruth Noczinsky, Leiterin der Selbsthilfegruppe. Schätzungsweise erkranken jährlich 80.000 Menschen in Deutschland an Aphasie - 80 Prozent davon durch einen Schlaganfall.


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