Kirchlengern. Ein Wespenstich war möglicherweise der Auslöser eines schweren Lkw-Unfalls auf der Autobahn 30. Weil ihm nach der Insektenattacke "schwarz vor Augen" geworden sei, verlor der Fahrer aus den Niederlanden in Fahrtrichtung Osnabrück die Kontrolle über seinen Sattelschlepper.
In Höhe der Brandhorststraße kam der mit tonnenschweren Baustahlmatten beladene Lkw gegen 14.40 Uhr nach rechts von der Fahrbahn ab, prallte gegen die Leitplanke, die er auf rund 80 Meter Länge völlig deformierte. Schließlich verkeilte sich die Zugmaschine in der Planke und riss den gesamten Auflieger um. Die Baustahlmatten rutschen von der Ladefläche auf die Fahrbahn. Passgenau legte sich der Sattelschlepper quer über die Autobahn und blockierte die gesamte Fahrtrichtungsspur kurz hinter der Brandhorststraße, die in Kirchlengern über die A 30 führt.
Der Verkehr staute sich für Stunden auf mehr als sechs Kilometer Länge. Der Fahrer, der allein sein demoliertes Führerhaus verlassen konnte, wurde wegen des Wespenstiches ins Krankenhaus gebracht. Die Feuerwehr aus Löhne sicherte die Unfallstelle und kümmerte sich um ausgelaufene Flüssigkeiten.Weitere Fahrzeuge waren in den Unfall nicht verwickelt.
"Wir müssen das Bergefahrzeug über die Anschlussstelle Hiddenhausen ranführen", erklärte Detlef Lücke, der Dienstgruppenleiter der Autobahnpolizei Bielefeld auf Anfrage der NW. Es gehe darum, in Ruhe diese "Geisterfahrt" zu organisieren und keine Folgeunfälle zu verursachen, betonte der Polizist. Gleichzeitig versuchten die Beamten, Motorräder und Autos gegen die Fahrtrichtung zurück zur Anschlussstelle Kirchlengern zu führen. "Bei den Lkw geht das nicht, die müssen warten", sagte der Dienstgruppenleiter. Lücke alarmierte auch den ADAC. "Ich mache mir Sorgen um die Kinder im Stau. Heute ist Ferienbeginn und viele werden noch einige Stunden in praller Sonne auf der Autobahn verbringen müssen."
Einige der im Stau Gefangenen verließen ihre Fahrzeuge und spazierten über die Autobahn zur Unfallstelle, wo sie von der Polizei zurückbeordert wurden.