Löhner Reisebranche spürt an den Urlaubswünschen, dass die Menschen mehr aufs Geld achten
Löhne. Beim Blick in die Kataloge der Reisebüros geht vielen Löhnern das Herz auf: Sommer, Sonne, Strand und Meer. Jeder wünscht sich den perfekten Sommerurlaub. Doch was ist, wenn der Blick ins Portemonnaie nicht halb so erfreulich ist, sondern nur gähnende Leere offenbart? Durch die Finanz- und Wirtschaftskrise sind viele Löhner gezwungen, finanziell kürzer zu treten, insbesondere beim Sommerurlaub. Das merken auch die Reisebüros.
"Zwei Entwicklungen werden besonders deutlich: es geht nicht mehr weit und nicht mehr lange weg", erkennt Wilfried Meißner, Büroleiter von Meißner Reisebüro. Reiseziele innerhalb Deutschlands werden nun immer öfter bevorzugt. Ganz hoch im Kurs liege beispielsweise die Ostsee. "Für viele geht es in Richtung Rügen oder Usedom. Aber meistens nur einige Tage oder ein bis maximal zwei Wochen. Einen langen Urlaub können oder wollen sich die wenigsten leisten", stellt Meißner fest.
Außerdem gebe es viele Angebote für einen Urlaub in Mallorca, in der Türkei oder auch in Bulgarien. "Diese nützen hauptsächlich den Löhnern, die nicht an die Schulferien gebunden sind. Innerhalb der Ferien sind die Angebote gering. Doch im Mai und Juni sowie im September und Oktober gibt es wahre Schnäppchen", erklärt Meißner.
"Ein Deutschlandurlaub ist nämlich auf keinen Fall eine Garantie zum Geldsparen", betont Heidrun Reuter vom Reisecenter Reuter. Nicht nur die Mieten seien gestiegen, sondern auch die Nebenkosten seien höher als in anderen Jahren: "In Büsum beispielsweise bezahlt man dieses Jahr für eine Bratwurst mit Kartoffelsalat acht Euro. Das ist alles andere als ein Schnäppchenurlaub."
Wirklich sparen könne man nur, wenn man flexibel bezüglich des Abflughafens ist. Trotz allem muss man zum Beispiel für ein drei Sterne Hotel in Mallorca mit Halbpension für ein bis zwei Wochen 500 Euro einrechen. "Viel günstiger geht es dieses Jahr nicht", so Reuter.
Deshalb fällt für viele Löhner der Sommerurlaub 2009 flach. Es sei ein deutlicher Rückgang spürbar. "Das Budget der Kunden ist im Vergleich zu den Vorjahren noch verschärfter. Und wenn der Urlaub nicht in das Budget passt, dann wird eben zu Hause geblieben", stellt Reuter fest.
Petra Henke ist Kundin im Reisebüro Reuter und gerade aus ihrem Sommerurlaub zurückgekehrt. Natürlich habe es sie in der Krisenzeit Überwindung gekostet, für einen Urlaub etwas tiefer in die Tasche zu greifen, aber es habe sich gelohnt:"Wir haben gespart und uns dieses Jahr trotz der Krise eine Kreuzfahrt gegönnt, ohne auf jeden Cent zu achten. Natürlich ist ein bisschen Wehmut dabei, aber bei all den Einsparungen muss das mal sein."
Außerdem habe sie so mehr gesehen, als bei drei Einzelurlauben, die preislich nicht drin gewesen wären. Jetzt sei nämlich erst einmal wieder sparen angesagt: "In dieser Zeit kann man sich einfach nicht mehr jedes Jahr einen solchen Urlaub leisten."