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12.08.2009
Schatten über der Sonnenbank
Solarium ab 18: Löhner Studio-Besitzer sehen das neue Gesetz mit gemischten Gefühlen
VON ANNA-LENA GÖSSLING

Ein Platz an der Sonne | FOTO: ANNA-LENA GÖßLING

Löhne. Gebräunte Haut liegt im Trend. Nicht selten führt dann der erste Weg ins nächste Solarium, auch für einige Kinder und Jugendliche. Damit ist nun Schluss. Am 31. Juli hat der Bundestag das Gesetz zum Schutz vor nichtionisierter Strahlung verabschiedet. Damit ist die Sonnenbank für alle unter 18 Jahren tabu. Auch in Löhne.

Gabi Sieker-Störmer ist die Inhaberin des Sonnenstudios "Bellissimo" und blickt dem neuen Gesetzesentwurf zwiegespalten entgegen: "Ich werde in Zukunft natürlich nach dem Gesetz handeln. Schließlich denke auch ich, dass besonders Kinder und Jugendliche vorsichtig mit ihrer Haut umgehen sollten."

Im Gesetzesentwurf weist der Bundestag darauf hin, dass UV-Strahlung sowohl die Entstehung von Hautkrebs als auch den Verlauf einer bestehenden Hautkrebserkrankung entscheidend beeinflusst. "Regelungen zum Schutz der Bevölkerung sind in diesem Bereich daher dringend erforderlich", heißt es weiter.

Da insbesondere die Haut von Kindern und Jugendlichen keinen ausgeprägten Eigenschutz aufweist, kam der Bundestag zum Entschluss, Personen unter 18 Jahren zu deren eigenem Schutz das künstliche Sonnenbaden zu verbieten.

Ein Weg in die richtige Richtung, finden viele. Doch was für Konsequenzen hat dieser Beschluss für die Betreiber der Sonnenstudios?

Gabi Sieker-Störmer hält das Gesetz in gewisser Weise für überzogen. "Auch ich würde niemals eine Zwölfjährige unter meine Sonnenbank lassen. Aber wenn eine 16-Jährige sich einen leichten Teint wünscht, spricht für mich eigentlich nichts dagegen", erklärt sie. Es sei viel wichtiger, eine richtige Dosierung zu beachten, als die Sonnenbank für diese Kundin völlig zu verbieten. "Bei mir wird persönliche Beratung groß geschrieben. Ich erarbeite mit meinen Kunden einen Besonnungsplan. Das ist dann gesünder, als würde sich das Mädchen im Freibad in die pralle Sonne legen und mit Sonnenbrand zurückkommen."

Doch ist in vielen anderen Sonnenstudios eine solche Beratung offenbar nicht immer gewährleistet. Nur ein- bis zweimal in der Woche sind laut den Aushängen Beratungstermine vorgesehen, ansonsten läuft die Sonnenbankbenutzung anonym über Münzbetrieb. In diesen Studios hat außer einer Videokamera niemand einen Überblick über die richtige Dosierung.

Alois Steffen hat vor einigen Jahren das Sonnenstudio "Capri" an der Lübbecker Straße eröffnet und hält nichts von der neuen Regelung. "Unser Studio läuft über Münzbetrieb. Um das Gesetz durchzusetzen, müssten wir eine Bedienung einstellen. Das bedeutet aber zusätzliche Kosten", erklärt er. Eine weitere Möglichkeit wäre es, die Münzautomaten umzustellen. Ähnlich wie bei Zigarettenautomaten würden diese per EC-Karte mit Alterseintrag funktionieren. Aber auch so würden einige Extrakosten auf die SB-Sonnenstudios zukommen.

Doch nicht nur bei den Betreibern der Sonnenstudio sorgt das neue Gesetz für Aufregung. Auch viele Jugendliche sind von dem Verbot wenig angetan. Für Imana Nern zum Beispiel ist gebräunte Haut ein Muss. "Da sieht man einfach frischer aus", findet die 14-Jährige. Sich normal zu sonnen, dauert ihr zu lange. Selbstbräuner wiederum sei zu teuer: "Außerdem erlauben es mir meine Eltern. Ich finde, jeder sollte selbst entscheiden, wie er seine Haut bräunen möchte."

Anders sieht’s die 19-jährige Karina: "Auch wenn ich ins Sonnenstudio gehen dürfte – ich mache einen großen Bogen darum. Erstens wirkt die Sonnenstudiobräune unnatürlich und zweitens schaden die Strahlen der Gesundheit."


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