Löhne. In der Formel 1 würde man von einem Start-Ziel-Sieg sprechen. Heinz-Dieter Held (PSD) hat gestern Abend haushoch mit 48 Prozent der Stimmen die Bürgermeisterwahl gewonnen. Schon im ersten ausgezählten Wahlbezirk, der um kurz vor acht auf der Leinwand aufleuchtete, lag er deutlich vor seinem Widersacher Kurt Quernheim. daran änderte sich nichts mehr. Um 20.43 Uhr schritt der bisherige Amtsinhaber dann gesenkten Kopfes zur Gratulation.
"Ich bin überwältigt von alle den Glückwünschen", sagte Held wenige Minuten, nachdem sein Sieg feststand. Er habe sich gute Chancen in einem Kopf-an-Kopf-Rennen ausgerechnet, doch nie auf einem solchen Erdrutschsieg spekuliert. Fast 13 Prozent lag er vor Quernheim und das bei insgesamt fünf Kandidaten.
Friedel Bünz, Leiter des Büros des Rates, schlug Heinz-Dieter Held auf die Schulter: "Chef!", rief er ihm zu und lachte. Es war klar was er meinte: In die Schlange der Gratulanten im Ratssaal hatten sich zuallererst viele Mitarbeiter der Stadtverwaltung eingereiht. Dass sie in der Mehrheit einen Wechsel an der Spitze des Hauses herbeigesehnt hatten, war offensichtlich.
Auch viele andere Löhner entschieden sich gegen eine zweite Amtszeit für Kurt Quernheim und für den Rathausrückkehrer Heinz-Dieter Held. Der 61-Jährige war bis 2005 Beigeordneter und Kämmerer.
Jetzt kehrt er zurück als Bürgermeister für die nächsten sechs Jahre. "Ich freue mich auf die Aufgabe", sagte er der Neuen Westfälischen.
Noch aber sei er Privatmann. Für genau acht Tage, denn am 7. September tagt der städtische Wahlausschuss und wird Held aller Voraussicht nach als Bürgermeister bestätigen.
Er sei dankbar für die großartige Unterstützung durch die SPD und viele andere, sagte Held nach der Wahl. Er freue sich besonders, dass er und die SPD diesmal auch Wahlbezirke gewonnen haben, die noch vor fünf Jahren an die CDU gefallen waren. Er glaube, dass die mehreren tausend Gespräche an den Haustüren, die er mit den Löhnern geführt habe, sich ausgewirkt hätten. "Da habe ich mit meiner Art doch viele erreicht."
Dennoch habe er umso näher die Wahl rückte, zunehmend gezweifelt. "Aber das ist wohl normal." Eines aber stritt Held vehement ab. Er empfinde keine Genugtuung gegenüber Kurt Quernheim. "So etwas werden Sie von mir nicht hören." Unter Quernheims Ägide war Held per Ratsbeschluss in den vorzeitigen Ruhestand geschickt worden. "Das ist abgehakt."
Wahlverlierer Kurt Quernheim gab sich gelassen. "Mit einem so großen Unterschied habe ich nicht gerechnet, dafür gibt es keine sachliche Erklärung", so Quernheim. Vielleicht habe ihm im Jahr 2004 die Wechselstimmung geholfen, als der SPD auch in Löhne kräftiger Wind ins Gesicht wehte. "Aber was hilft’s. Ich habe eine Niederlage erlitten. Aber das ist mir als Privatmann und Fußballer schon häufiger passiert. So ist halt das Leben. Daran werde ich nicht zu Grunde gehen." Quernheim holte von 22 Wahlbezirken nur einen einzigen.
Er zog dennoch eine positive Bilanz der letzten fünf Jahre. "Das hat viel Spaß gemacht. Besonders die Begegnung mit den Menschen und deren Anerkennung und Zuneigung."
Natürlich feierte auch Altbürgermeister Werner Hamel den Sieg seiner Partei und ihres Kandidaten. "Ich bin überglücklich. Ich hätte nicht gedacht, dass es so deutlich ausgeht." Er ging davon aus, dass Quernheim sich mit seiner Position zum Verbrauchermarkt und Halstern und zur Schweinemastanlage sehr geschadet habe. "Sein Verhalten war auch sonst nicht immer glücklich", sagte er und rief im Weggehen einem Bekannten zu: "Jetzt kann ich endlich wieder ins Rathaus gehen.
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