Löhne. Glitzert die Küchenstadt bald so grell wie die Casino-Metropole Las Vegas? Ein Investor plant den Bau einer Großspielhalle in den Räumen von Möbel Wohlfahrt. Auf 1.200 Quadratmetern Fläche sollen 72 Automaten aufgestellt werden. Damit wäre diese Spielhalle etwa zehnmal so groß wie jede bestehende in Löhne und für das Bad Oeynhausener Spielkasino eine erhebliche Konkurrenz.
Nach Angaben von Bauamtsleiter Wolfgang Helten liegt der Stadt eine entsprechende Bauvoranfrage vor. Demnach soll auf etwa einem Drittel des ehemaligen Möbelgebäudes die Großspielhalle errichtet werden. Den Namen des Investors veröffentlichte Helten nicht.
Laut Entwurf, der den Mitgliedern des Planungsausschusses zur Abstimmung vorliegt, sind in sechs Räumen jeweils zwölf Geldspielautomaten geplant. Das ist die gesetzliche Maximalzahl.
Der Investor will neben den Spielautomaten auch Poolbillard und Internetplätze anbieten. Zwölf Vollzeit und fünf Teilzeitstellen sollen durch den Bau entstehen. Am Schluss der schriftlichen Bauvoranfrage schätzt der Investor selbst das mögliche Vergnügungssteueraufkommen auf rund 150.000 Euro.
Diese Schätzung ist nach Recherchen der NW leicht übertrieben. Die Stadt erhebt zur Zeit pro Geldspielautomat eine Vergnügungssteuer von 150 Euro im Monat. Das Vergnügungssteueraufkommen im letzten Jahr betrug etwa 120.000 Euro. Stadtweit sind nach Angaben von Ordnungsamtsleiter Wolfgang Greinke sechs Spielhallen zugelassen. Die kleinste hat acht Automaten auf 100 Quadratmetern, die größte zwölf Automaten auf 150 Quadratmetern Fläche. Greinke: "Wir hatten schon mal doppelt so viele Spielhallen."
Der Trend der Branche scheint jedoch zu Großspielhallen zu gehen. Die Spielhallen-Kette Merkur hat zuletzt in Lübbecke ein "Casino-Entertainmentcenter" auf 750 Quadratmetern in nur drei Monaten errichtet. Die Marketingchefin Birgit Friederike Haberbosch sagte gegenüber der NW: "Spielhöllen sind out."
Auch in Bünde eröffnete im März 2007 auf dem Gelände des Autohofs eine vergleichbare Großspielhalle.Die Stadtverwaltung geht laut Ausschussvorlage von einem Attraktivitätsverlust für das Gewerbegebiet Mahnerfeld aus. Durch den Bau der Vergnügungsstätte könnte "die Erhaltung einer hochwertigen Gebietsstruktur" gefährdet sein. Allerdings rechnet die Verwaltung auch mit einem anderen Effekt: Der große Automatensaal könnte die sechs kleineren Spielhallen im Stadtgebiet möglicherweise überflüssig machen.
Doch auch der Konkurrenzdruck auf das staatliche Kasino in Bad Oeynhausen würde wachsen. In dem Automatensaal stehen 154 Geldspielautomaten. Das Glücksspiel an den staatlichen Spielbanken ist in der Vergangenheit sehr scharf reglementiert worden. Die privaten Spielhallen unterliegen anderen Bestimmungen.
Die Halle gehört dem Löhner Unternehmen Elastoflex. Der Eigentümer wollte sich auf Anfrage der NW zu der geplanten Spielhalle nicht äußern. Das sei nur eine Option von mehreren. Elastoflex habe auch eine Bauvoranfrage für Möbelhandel gestellt. Klar sei nur: Es werde auf jeden Fall vermietet. Die Halle sei für Elastoflex nur als Ausstellungsfläche nutzbar.
Das letzte Wort in Sachen Großspielhalle hat der Löhner Stadtrat. Die Sitzung des Planungsausschusses findet am Mittwoch um 18.30 Uhr im großen Sitzungssaal statt.