SieMatic eröffnet die Hausausstellung und stellt als Ergänzung zum Flaggschiff "S1" die "S2" vor
Löhne. Bei SieMatic heißt es jetzt nach vorne blicken. Im Juni gab der Premium-Küchenhersteller bekannt, dass er sich von 80 Mitarbeitern trennen muss. Die Rezession hatte auch SieMatic voll erwischt. Beim Pressegespräch im Rahmen der Eröffnung der Hausmesse zeigte sich der geschäftsführende Gesellschafter Ulrich-Wilhelm Siekmann zuversichtlich.
"Die Maßnahmen, die wir getroffen haben, waren leider unvermeidlich. Aber wenn die Welt nicht untergeht, dann werden wir unseren jetzigen Mitarbeiterstand von rund 500 für die gesamte Gruppe halten", so Siekmann.
SieMatic spürt die Rezession insbesondere auf den Exportmärkten in Großbritannien, Spanien und Italien. "In anderen Bereichen wie zum Beispiel Asien und dort insbesondere China legen wir zu", sagt Ulrich-Wilhelm Siekmann. Der Inhaber von SieMatic ist nicht sicher, ob das Unternehmen den Umsatz von 125 Millionen Euro halten kann. Wie schnell die Entwicklung wieder Richtung Wachstum geht, lasse sich schwer abschätzen. "Wir sind Teil der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Ich gehe von einem langsamen Wachstum aus."
Für Umsatzwachstum soll auch die neu entwickelte Küche "S2" helfen. "Als Erfinder der grifflosen Küche setzen wir auch mit der S2 einen neuen Standard", kündigt Siekmann selbstbewusst an.
Der große Bruder der "S2" ist die "S1". Das Flaggschiff von SieMatic wurde im vergangenen Jahr während des SieMatic-Forums vorgestellt. Von der "S1" wurden wichtige Elemente übernommen. Dazu gehören Multimedia-Elemente wie Fernseher, Musikanlage und IPod-Station ebenso wie die vertikale Griffmulde und das Schubkasten-System.
Die "S1" kann je nach Ausstattung schnell 100.000 Euro kosten. Von ihr seien schon zahlreich Musterküchen bei Händlern weltweit platziert und natürlich auch schon verkauft worden. "Von der S1 versprechen wir uns aber auch langfristige Impulse, die sich auf unser gesamtes Programm auswirken."
Mit deutlich höheren Stückzahlen im Verkauf rechnet Siekmann bei der "S2", die "50 bis 60 Prozent" preiswerter ist als der große Bruder.
Vermarktet werden die Premium-Küchen aus Löhne auch in 40 Exklusiv-Studios, die ausschließlich SieMatic vertreiben. Einige davon kamen im laufenden Geschäftsjahr dazu. "Darunter befindet sich auch das im April eröffnete Studio in Münster", sagt Katina Schmeißer, Assistentin der Geschäftsleitung.
Der Trend im Bereich der Premium-Küchen geht nach Einschätzung von Siekmann eindeutig weiter in Richtung Multimedia. "Wir durften in diesem Jahr an der Internationalen Funkausstellung in Berlin teilnehmen", sagt Siekmann. Dort hat SieMatic auf dem Stand von Miele gezeigt, wie die Küchenzukunft aussehen könnte: Eine Vernetzung der E-Geräte im Haushalt wie zum Beispiel Waschmaschine und Tiefkühlschrank im Keller im zentralen Ort des Hauses: Der Küche. "Von der Küche aus lässt sich mittlerweile problemlos auch eine Waschmaschine steuern", erklärt Siekmann.
Der Inhaber freut sich schon auf das Jahr 2010. Dann feiert die Marke SieMatic 50-Jähriges.