Vandalen haben erneut den Unterschlupf der Kinder zerstört / Mehr als 1.000 Euro Schaden
Löhne. Lehmhüttenplatz - das klingt nach Idylle, Matsch und Abenteuer. Besonders abenteuerlich wird’s, wenn die Erzieherinnen montagmorgens rund um die Lehmhütte nach dem Rechten sehen. Meist finden sie leere Bierflaschen, Kondome und Müll aller Art. Und haben sich damit abgefunden. Am Sonntag haben die Vandalen gleich die ganze Hütte dem Erdboden gleich gemacht. Und sich dabei erwischen lassen.
"Ich hätte heulen können, als ich das heute morgen gesehen habe", sagt Jana Rothenroth. Dabei müsste die erste Vorsitzende des Vereins Waldwichtel eigentlich abgehärtet sein. Schließlich muss der Unterschlupf der Kinder des Waldkindergartens nicht zum ersten Mal wieder aufgebaut werden. Den Waldkindergarten gibt es jetzt 11 Jahre. Acht Mal wurde der Lehmhüttenplatz in dieser Zeit in Teilen oder komplett zerstört, zuletzt vor eineinhalb Jahren.
"Sie haben uns jetzt länger in Ruhe gelassen und wir schöpften Hoffnung, es könnte vorbei sein", sagt Rothenroth. Jahr für Jahr hatten engagierte Väter die Zerstörung hingenommen und den Schaden behoben. Bis letztes Jahr - da fragte man sich zum ersten Mal, ob es einen Sinn hätte, die Hütte wieder aufzubauen.
Und doch packten sie wieder an, zimmerten ein stabiles Konstrukt aus dicken Holzbalken und mit Eisenfundament. Der Wert: über 1.000 Euro, Arbeitsstunden nicht mit eingerechnet. "Wir dachten, die Stabilität der Hütte schreckt mögliche Vandalen ab." Doch die fühlten sich nun offenbar erst recht herausgefordert. "Die müssen da mit einer unheimlichen Wucht ans Werk gegangen sein", sagt Rothenroth. In der Tat: das Häuschen liegt platt am Boden, mit großem Loch im Dach. Die eisernen Träger sind umgeknickt. Ein trauriger Anblick. "Das ist so gemein. Jetzt können wir nicht mehr in der Hütte spielen", sagt Waldwichtel Elina, "wir sind sehr sehr traurig - und auch ein bisschen wütend".
Die gute Nachricht: Die Täter werden mit Sicherheit ermittelt. Ein Anwohner hatte am Sonntag Nachmittag Geräusche aus der Richtung des Kindergarten-Geländes gehört und nach dem Rechten gesehen. Als er den Platz fast erreicht hatte, kamen ihm drei Jugendliche entgegen. Weitere fünf folgten. "Einen hat er tatsächlich so weit bekommen, seinen Schülerausweis zu zeigen", sagt Polizeisprecher Rainer Koch. Die Polizei ermittele nun gegen den jungen Löhner und einige seiner Mitschüler, die am Tatort waren. "Wenn wir wissen, wer’s war, dann werden die jungen Leute den Schaden ersetzen müssen", sagt Koch und hofft, dass diese Tatsache abschreckt und die Waldwichtel vor weiterem Vandalismus bewahrt.
Zudem ruft Rainer Koch die Anwohner auf, Augen und Ohren aufzuhalten und schon beim kleinsten Anzeichen für eine Straftat die Polizei zu alarmieren. "Regelmäßig Streife fahren können wir dort nämlich nicht, dafür reicht das Personal nicht aus."