Bury-Mitarbeiter gehen auf Werbetour durch Europa und stellen Ortungssystem "Telematics" vor
Löhne. Das war’s dann wohl mit dem kleinen Abstecher während der Arbeitszeit. Bury Technologies hat das Ortungssystem "Telematics" auf den Markt gebracht. Mögliche Kunden sind etwa Spediteure, die kontrollieren möchten, ob ihre Fahrer auf vorgeschriebenen Pfaden wandeln. Wie es sich anfühlt, ständig beobachtet zu sein, testen jetzt drei Bury-Mitarbeiter. Am Samstag geht’s im Wohnmobil auf Europareise. Wer Lust hat, kann die Jungs dabei beobachten.
14 Tage sind Ingenieur Daniel Makuch und seine beiden Begleiter unterwegs, werden 12 Länder bereisen und die neue Produktreihe vorstellen. Nach dem Start in Löhne geht es rund 9.000 Kilometer über Paris, Madrid, Rom, Zagreb, Wien, Prag, Berlin, Kiel und Hamburg zurück nach Löhne.
Flottenmanagement ist hier das Stichwort: Telematics lokalisiert Fahrzeuge. Fahrer und Disponent können in Echtzeit kommunizieren. Das Telematics-Modul im Fahrzeug bestimmt über GPS die Position und übermittelt die Daten an die Flottenzentrale. In dem von Bury entwickelten Webportal überwacht der Disponent den Flottenstatus auf einer interaktiven Landkarte.
Damit dringt Bury, ursprünglich Hersteller von Freisprecheinrichtungen und Navigationssystemen, in neue Produkt-Sphären vor. "Wir möchten neue Märkte erschließen", sagt Bury-Sprecher Sebastian Meißler. Zunächst konzentriere sich Bury auf die Absatzmärkte in Deutschland und Europa. Später dürfe es gern weiter gehen. Ohnehin wandelt Bury mit seinen Freisprecheinrichtungen auf internationalem Parkett. "So ist es nur konsequent, auch mit unserem neuen Produkt großräumig einzusteigen."
2007 begann die Entwicklung der Telematics-Produktreihe. Zwei Millionen Euro hat sich Bury allein die Planung und Entwicklung kosten lassen und das Produkt schließlich im Februar dieses Jahres auf der Computermesse Cebit in Hannover vorgestellt.
Damit sei das Projekt allerdings lange noch nicht beendet. "In unserer Branche schreiten die Entwicklungen rasant voran", sagt Sebastian Meißler. "Wir werden das System ständig um neue Funktionen erweitern und optimieren müssen, wenn wir vorne mit dabei sein wollen." Vorne mit dabei ist Bury nach einigen Angaben trotz der Wirtschaftskrise, die vor allem Autoteilezulieferer hat straucheln lassen. Entlassungen habe es nicht gegeben, im Gegenteil: "Wir bauen den Vertrieb aus und suchen Entwickler." Den Umsatz des Geschäftsjahres 2008 - rund 55 Millionen Euro - werde man 2009 aber nicht halten können. "Wir rechnen mit einem Minus von 20 Prozent."
Wer die drei Reisenden im Internet verfolgen möchte, kann sich auf der Homepage http://www.bury-telematics.com/ einloggen, Kundenkennung und Benutzername: europatour, Passwort: live.