Kreis Herford. Vorsichtig hält Henry das Modell eines Sportwagens in den Händen. "Der sieht ja exakt so aus wie der echte Audi R8, sogar der Innenraum ist gut getroffen", sagt der Zwölfjährige und bestaunt den Nachbau im Kleinformat. Henry und 30 andere Kinder waren zu Gast bei Revell und bekamen exklusive Einblicke hinter die Kulissen des Bünder Modellbauers.
"Willkommen bei Revell - hier werden Kindheitsträume wahr", sagt Entwicklungschef Ulrich Taubert und begrüßt die Besucher in der kleinen Kellerwerkstatt. Es riecht nach Klebstoff und Farbe, in den Regalen stehen hunderte Nachbauten - von der Queen Mary II, über Passagierflugzeuge bis hin zu Autos im Miniaturformat.
"Hier bauen unsere Mitarbeiter Modelle und Vitrinen für Ausstellungen und Messen zusammen", sagt Taubert. Diese Arbeit wäre für Revell kaum zu bezahlen, gäbe es nicht überall in Deutschland Enthusiasten, die gegen eine Pauschale Modelle für den Weltkonzern klebten. "An einem Schiff wie der Queen Mary II sitzt man schon mal vier Wochen. Da käme schon ein Riesenbetrag zusammen", so der Chefentwickler.
Bereitwillig öffnet Taubert bei dem Rundgang jede Tür. Fast jede, denn einzige Ausnahme bleibt das Archiv. "Da kommt keiner rein", sagt er auf dem Weg in den Versand. Von hier aus werden jedes Jahr etwa 1,8 Millionen Bausätze in nahezu alle Länder dieser Welt geschickt. "Die meisten unserer Produkte werden in China oder Polen produziert, der Versand läuft allerdings zentral über den Standort Bünde", so Taubert. Revells wichtigster Absatzmarkt ist mit 45 Prozent nach wie vor der deutsche, aber auch die Engländer und Franzosen seien echte Modellbaufans, so Taubert.
Und mit den jugendlichen Besuchern hat der Modellhersteller mit Sicherheit einige neue Fans gewonnen. Henry jedenfalls ist begeistert. "Bis jetzt hatte ich mit Modellbau eigentlich nicht viel am Hut. Aber ein interessantes Hobby ist es bestimmt schon. Vielleicht fange ich ja nun damit an", sagt der Zwölfjährige.