Löhne. Neugierig durch die Ställe hoppeln, im Stroh schlafen oder an den Möhren knabbern – die Kaninchen des Löhner Zuchtvereins fühlen sich sichtlich wohl. Mutig stecken sie ihre Schnauzen durch die Gitterstäbe und erschnuppern die neue Umgebung und fremden Besucher.
Gemütlich haben es die 180 Kaninchen der Löhner Züchter in ihrer Ausstellungshalle. Zwei Tage wurden die schönsten Tiere der Kaninchenzüchter in der Taubenhalle am Drosselhain ausgestellt. "Jedes Jahr stellen wir unsere Tiere aus und lassen sie von Preisrichtern bewerten", erklärte Helmut Brinkmann, Pressewart des Kaninchenzucht-Vereins der Stadt Löhne und Umgebung W304. "Die Zucht ist eine Wissenschaft für sich." Egon Schewe eröffnete die Ausstellung am Samstag. "Meine Tochter hatte mal ein Riesen-Zwergkaninchen. Aber das weiß man ja als Laie vorher nie und ein Umtausch war nicht möglich", erzählte Egon Schewe lächelnd. "Das Kaninchen hat mit einem Meerschweinchen zusammen gelebt und war Chef im Ring." Nach einer Führung durch die Ausstellungshalle begeisterte sich der stellvertretende Bürgermeister schnell für eine Kaninchenrasse. "Die Castor Rex fühlen sich toll an, kein Vergleich zu den anderen Kaninchen." Pressewart Helmut Brinkmann züchtet die besonders weichen Kaninchen seit 25 Jahren. "Die Castor Rex sind Kurzhaar-Kaninchen, eine Mutation der Natur. Sie fühlen sich an wie ein Maulwurf", erklärte Helmut Brinkmann. "Die Kaninchenzucht ist Ausgleich und Stressabbau. Im Urlaub freue ich mich jedes Mal wieder nach Hause zu kommen. Tiere sind so wichtig", sagte der leidenschaftliche Züchter. Die Preisrichter achten bei allen Kaninchen darauf, dass die Rassenmerkmale eingehalten werden. "Die Farbe, Größe und das Gewicht spielen eine wichtige Rolle. Aber auch die Form der Ohren wird bewertet", erklärte Helmut Brinkmann.
Die schönsten Ohren in Löhne findet man wohl bei den Kaninchen von Jungzüchter Jannik Reichelt. "Die Schlappohren finde ich toll, die Kaninchen sehen so süß damit aus", erklärte der junge Löhner, der seit zwei Jahren Zwergwidder züchtet. Bei der Geburt stehen die Ohren der Zwergwidder noch. "Je älter sie werden, desto weiter fallen die Ohren nach untern. Das ist eine Muskelschwäche. Die höchste Punktzahl gibt es, wenn die Ohren das Gesicht umrahmen und die Form eines Hufeisens ergeben", erklärte Helmut Brinkmann. Jede Rasse wird von den Preisrichtern anders beurteilt. "Unsere größten Kaninchen, die deutschen Widder, wiegen bis zu sieben Kilogramm. Die Farbenzwerge sind unsere kleinsten und wiegen maximal 1.350 Gramm", erklärte Helmut Brinkmann.
Neben bekannten braunen, weißen und grauen Kaninchen, fallen rote, silberne und blaue Kaninchen in den Ställen auf. "Das Fell der Farbenzwerge ähnelt der Farbe einer Zigarre, deshalb sind sie auch Havanna farbig", erklärte Helmut Brinkmann. Die Kaninchen von Jungzüchterin Larissa Reichelt fallen besonders auf. "Meine Zwergwidder sind röhnfarbig. Die Fellfarbe ähnelt der Rinde einer Birke." Larissa und Jannik Reichelt züchten gemeinsam mit ihrem Großvater Kaninchen. "Wir füttern die Tiere, misten die Ställe aus und nehmen sie auf den Arm aber unser Opa ist der Zucht-Profi", erklärte Jannik Reichelt.
Die Gewinner: Roger Uhlig ist Vereinsmeister, Helmut Brinkmann und Rudi Halermeier belegten den zweiten und dritten Platz. Jannik Reichelt wurde vor Annika Gallathe Jugend-Vereinsmeister. Edmund Wahl ist Klassenmeister der farbigen Tiere, Rainer Jahnke der weißen Tiere und Helmut Brinkmann der Kurzhaarrassen. Die Landesverbandsmedaillen erhielten Roger Uhlig, Edmund Wahl, Helmut Brinkmann, Jannik Reichelt und Annika Gallathe. Der beste Rammler kommt aus der Zucht von Roger Uhlig und die beste Häsin aus der Zucht von Helmut Brinkmann.