Löhne. Launen aller Art, Firmenpleiten oder Ehekrisen. Friseure wissen oft Pikantes über ihre Kunden. Dem Protagonisten Tomas Prinz aus den Romanen von Christian Schünemann geht es ähnlich, denn er weiß mehr, als ihm lieb ist. Unfreiwillig wird er zum Ermittler in Mordfällen. In seinem dritten Fall ermittelt Tomas Prinz an der Münchener Ludwigs Maximilians Universität. Eine Kostprobe von dem, was in seinem Friseursalon und der Universität während der unfreiwilligen Ermittlungen passiert, gab Autor Christian Schünemann Dienstagabend im passenden Ambiente von Bernd Ritters Friseursalon.
"Mir gefallen die Geschichten so gut, weil sie spannend sind, aber nicht so blutrünstig wie andere Kriminalromane", erklärte Sylvia Gutwerk, die die ersten beiden Fälle von Friseur Tomas Prinz kennt. "Der dritte Teil klingt wieder genauso gut wie die Vorgänger. Ich freue mich, dass der Autor wieder so viele witzige Szenen eingebracht hat", erklärte die Löhnerin, die ihre Freundinnen auch von Christian Schünemanns Schreibkünsten überzeugen konnte. "Ich bin ganz begeistert und habe mir gleich ein Buch gekauft, ich werde mit dem dritten Teil beginnen", sagte Sylvia Martin.
Friseur Bernd Ritter und Buchhändlerin Kirsten Beul von der Buchhandlung Dehne organisierten die Lesung im Friseursalon. Prosecco und Wein verteilte Renate Bohmeyer.
Nach den ersten Romanen "Der Frisör" und "Der Bruder" folgte im Juni diesen Jahres "Die Studentin". "Mein Protagonist Tomas Prinz sucht sich die Fälle nicht. In jedem Roman ist er irgendwie in den Mordfall verwickelt, ob durch ehemalige Kundinnen, Freunde oder Verwandte", erklärte Christian Schünemann, der mit seinem neuen Roman auf Lesereise ist. Für Protagonist Tomas Prinz dient Christian Schünemann der Starfriseur Ulrich Graf als Vorbild. "Nach der Idee für meine Romane habe ich einen Friseur gesucht, der mir bei den vielen Fragen weiterhelfen konnte", erklärte Schünemann. "Im Laufe der Jahre hat sich eine Freundschaft entwickelt. Ulrich Graf ist jedes Mal einer meiner ersten Leser, der meine Texte korrigiert und ich bin froh darüber, meine Geschichten wirken so authentischer", sagte Schünemann. "Das Spannende meiner Geschichten ist glaube ich, dass Tomas Prinz trotz der Ermittlungen immer Friseur bleibt. Er wird oft unterschätzt und kommt so ganz nah und unbedarft an die Menschen ran."
Wie nah man an Menschen kommt, wenn man ihnen die Haare schneidet, weiß auch Bernd Ritter. "Ich kann da nur zustimmen. Es gibt ein Vertrauensverhältnis zwischen Friseur und Kunde, da kommt sehr viel ans Licht", sagte Bernd Ritter, der seinen Salon für Christian Schünemann etwas umdekorierte. Nur die Waschbecken, Trockenhauben und Schampooflaschen erinnerten noch an den Friseursalon an der Steinstraße. "Ich lese sehr häufig in Friseursalons. Irgendwann hat sich diese lustige Idee etabliert und es macht mir sehr viel Spaß. Meine Zuhörer können sich schnell in die Situation hinein versetzen und die Atmosphäre passt einfach", erklärte Schünemann, der auch ein paar persönliche Erfahrungen in seinen Romane verarbeitet. "Jeder Roman spielt in einem anderen Milieu", erklärte der Berliner Autor. Im ersten Fall von Tomas Prinz ermittelt der Friseur in Mitten von Frauenzeitschriften in München. Die kennt Christian Schünemann durch seine Zeit als Redakteur bei der "Cosmopolitan".
Im zweiten Fall ermittelt Tomas Prinz zwischen Künstlern und Galeristen, die Schünemann durch Freunde kennt. Im aktuellen Fall für den Friseur übertrug Schünemann seine Erfahrungen als Student in Berlin nach München. "Gerade bin ich dabei, den vierten Fall zu schreiben. Dieses Mal in der Branche der Daily Soaps", verriet Christian Schünemann, der für die Serien "Gute Zeite, schlechte Zeiten", "Verliebt in Berlin" und momentan für "Verbotene Liebe" die Drehbücher schreibt.
Ob Bernd Ritter den nächsten Mordfall in Löhne aufdecken wird, erfahren wir hoffentlich durch einen neuen Roman.