Löhne. Erste wichtige Personalentscheidung des neuen Bürgermeisters Heinz-Dieter Held: Den Posten des Chefs der städtischen Finanzen bekleidet ab sofort der langjährige Kämmereiamtsmitarbeiter Bernd Poggemöller. Er löst Georg Busse ab. Dieser bleibt jedoch Dezernent und behält auch seine Funktion als allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters innerhalb der Verwaltung.
"Meine Entscheidung kritisiert ausdrücklich nicht die Arbeit von Herrn Busse, sondern soll die Arbeit von Herrn Poggemöller heraus stellen", versicherte der Bürgermeister. Heinz-Dieter Held sagte, er habe in seiner eigenen Zeit als Kämmerer bereits über Jahre eng mit Bernd Poggemöller zusammen gearbeitet und ihn schon in jener Zeit als Nachfolger im Auge gehabt.
Der abgelöste Kämmerer Georg Busse bleibt nach Helds Worten als allgemeiner Vertreter in allen Belangen der Verwaltung verantwortlich, wenn der Bürgermeister nicht im Amt ist. Held versicherte: "Wir werden sehr eng zusammen arbeiten, aber jeder von uns hat als Dezernent natürlich seine eigenen Aufgabenschwerpunkte."
Im Zuge der Umbesetzung des Kämmerers kündigte Held auch an, die Zuständigkeitsbereiche der Dezernenten neu zu regeln. "Ich bitte aber um Verständnis, wenn ich dies nicht vorab bekannt gebe, sondern die Neuorganisation zunächst im Rat vorstelle", so Held .
Auf die Frage, ob er denn als ehemaliger Kämmerer diese Funktion nicht am liebsten selbst wieder wahr nehmen würde, sagte Held: "Das wäre laut Gemeindeordnung gar nicht zulässig. Und es ist zwar richtig, dass ich diesen Job immer gern gemacht habe. Aber jetzt als Bürgermeister bin ich schon sehr froh, jemandenals Kämmerer zur Seite zu haben."
Den neuen Kämmerer Bernd Poggemöller beschäftigen in Zukunft hauptsächlich altbekannte Sorgen: "Ich mache den Job in der Kämmerei ja schon ziemlich lange. Finanzielle Einbußen wie bei der Gewerbesteuer gab es auch früher schon. Jetzt sieht aber alles danach aus, dass der gravierende Druck für Sparmaßnahmen noch größer wird." Ehe er eine Beurteilung der aktuellen Finanzlage der Stadt abgibt, will Poggemöller die Steuerschätzungen von November abwarten. "Es ist zwar fraglich, ob darin schon Steuerbeschlüsse der neuen Bundesregierung einfließen. Aber selbst falls nicht, werden wir schon etwas klarer sehen." Poggemöller hofft, dass beim Rückgang der Gewerbesteuer (minus 5 Millionen Euro) "jetzt der Boden erreicht ist - toi, toi, toi."
Sein Vorgänger Georg Busse lehnte es ab, zu seiner Ablösung als Kämmerer Stellung zu beziehen: "Ich bitte um Verständnis, wenn ich diese Entscheidung öffentlich nicht kommentiere."