Nasser Samstag, voller Sonntag - sechster Mennighüffer Adventsmarkt am ersten Adventswochenende
Löhne. Ein würziger Geruch liegt in der Luft auf dem Kirchplatz in Mennighüffen. Uwe Nordeker entzündet den in Rum getränkten Zuckerhut. Wenn der flüssige Zucker langsam in die Mischung aus Rotwein, Rum, Zimt und Orangen tropft verwandelt sich das dunkelrote Gemisch in eines der leckersten weihnachtlichen Getränke – die Feuerzangenbowle. Aber auch andere Geschmäcker versorgten die vielen Helfer und Verkäufer auf dem Adventsmarkt in Mennighüffen.
Zum sechsten Mal leuchteten am Wochenende 2000 Lichter auf dem Kirchplatz in Mennighüffen. Pfarrer Kai Sundermeier, Bürgermeister Heinz-Dieter Held und die Vorsitzende der Werbegemeinschaft, Regine Nagel, eröffneten in Begleitung des Posaunenchores am Samstag den Wochenendmittelpunkt von Mennighüffen. "Der Adventsmarkt ist jedes Jahr ein Erfolg", sagte Regine Nagel. "Das funktioniert aber nur, wenn wir von der Werbegemeinschaft mit der Kirchengemeinde und den ehrenamtlichen Helfern gut zusammen arbeiten. Das klappt in Mennighüffen ausgezeichnet."
Diese besondere Zusammenarbeit erstaunt auch Pfarrer Kai Sundermeier, der in diesem Jahr seinen ersten Adventsmarkt in Mennighüffen erlebt: "Ich bin begeistert und kann sehr gut verstehen, warum der Adventsmarkt jedes Jahr wieder so viele Menschen nach Mennighüffen lockt." Der Erlös kommt der Kirchengemeinde zugute. "Wir müssen unsere große, alte Kirche für die Zukunft fit machen und das mit sehr wenigen Mitteln", sagte Pfarrer Sundermeier.
30 Buden drängten sich am Wochenende um die Kirche in Mennighüffen. "In diesem Jahr haben wir auch einen Neuling unter uns", sagt Presbyter Werner Meier, der den Adventsmarkt vor sechs Jahren mit Familie Langemeyer initiiert hat. Die Neulinge verzichteten bewusst auf Weihnachtsdekoration und setzten stattdessen auf Rettungsringe und Fischernetze. "Wir bieten den Löhnern dieses Wochenende Nordsee Spezialitäten an", erklärte Riklef Lottmann, der mit Kollege Geordie Engleby Matjes und Sanddornlikör aus Baltrum verkaufte.
Zusammen feiern, schlendern und die vielen Leckereien probieren lockte die Besucher trotz Regen und Wind auf den Kirchplatz. "Schlechtes Wetter ist doch nicht schlimm, Hauptsache die Laune ist gut", sagte Marianne Imort, die am Samstag Eierpunsch probierte. "Lecker, das muss ich unbedingt zu Hause mal selber machen", war das Fazit der Löhnerin.
Wem es dann doch zu nass wurde, konnte sich in der Kirche aufwärmen und das Programm der offenen Kirche genießen. Musik gab es von dem Akkordeonkreis Löhne, am Klavier von Uta Schmidt, dem Männergesangsverein Harmonie, dem Mennighüffer Gospelchor Sound of Peace ’n’ Joyful und den Bläsern der Orchesterklasse des Löhner Gymnasiums. Etwas ruhiger wurde es mit Bürgermeister Heinz-Dieter Held, Andreas Ritter, Pastor Dullweber, den Pfarrern i.R. Adam und Hilge und Thomas Fründ, die besinnliche Geschichten zum Nachdenken vortrugen.
Die kleinen Löhner begleiteten den Stollenumzug als Wichtelkinder und brachten den Riesenstollen sicher auf den Kirchplatz. Stina, Emily und Jonas durften beim Stollenumzug vorne beim Kutscher sitzen. Bäckermeister Günter Rost wagte sich als Erster an die 220 Kilogramm Weihnachtsstollen. "Wir verwenden viel Marzipan, damit der Stollen lange frisch bleibt und nicht zu süß wird."