NW-Leseraktion mit großer Resonanz / Viel Verbesserungsbedarf aus Sicht der Anrufer
Löhne. Zahlreiche Leserinnen und Leser haben sich an der NW-Telefonaktion zum Löhner Bahnhof beteiligt. Durch die Reaktionen der Anrufe wurde deutlich: Ihr Bahnhof liegt den Löhnern am Herzen. Aber sie ärgern sich über seinen Zustand und nennen viele Beispiele, wo es besser werden muss. Die NW hat den zuständigen Bielefelder Bahnhofsmanager Martin Nowosad mit der Kritik konfrontiert.
Wilhelm Horstkotte: "Es ist viel Wert, dass wir in Löhne überhaupt noch einen Bahnhof haben. Da geht es anderen Städten viel schlechter." Ein weiterer Pluspunkt seien die kostenlosen Parkplätze in erreichbarer Nähe. Aber auch Horstkotte übt Kritik. Der Löhner ist überzeugt, dass sich zumindest das Umfeld des Bahnhofes, für einen vertretbaren Aufwand aufwerten lässt. "Da liegt sehr viel Gerümpel. Wenn das beseitigt würde, bestünde die Chance, dort die Räder abzustellen." Mit der Sicherheit hat Horstkotte keine Probleme und dass, obwohl er den Bahnhof seit 20 Jahren nutzt. Ideal fände Horstkotte auch eine Verkleinerung der Gleisfläche. "Aber es ist wohl ausgeschlossen, dass die Bahn dieses Problem angeht."
Angela Pohl stört, dass der Bahnhof nicht rollstuhlgerecht ist. Außerdem gebe es zu wenig Schaukästen mit Fahrplänen und zerschlagene Betonkübel zwischen den Gleisen. "Es fehlt auch eine Aufsicht. Ich habe immer ein Gefühl der Unsicherheit, wenn ich in dem großen Gebäude unterwegs bin." Besonders beängstigend sei der Bahnhof auf der südlichen Seite.
Michaela Wollner moniert die fehlende Barrierefreiheit auf dem Bahnhof. "Es ist für Menschen mit kleinen Kindern sehr schwierig, die Bahnsteige zu erreichen." Regelmäßig fahre ihr wie anderen Anrufern ein Schreck in die Glieder, wenn ein ICE am Bahnsteig entlang rast. "Es müsste doch technisch kein Problem sein, einen Zug der sich mit hoher Geschwindigkeit nähert, anzukündigen."
Bernd Palsbröker bringt seine Meinung mit einem Satz auf den Punkt: "Ich schäme mich für diesen Bahnhof. Das Areal sieht im Süden aus wie in der Bronx." Er könne überhaupt nicht nachvollziehen, warum Bahnhöfe in strukturschwachen Gegenden Mecklenburg-Vorpommerns wie Pasewalk oder Anklam in einem optimalen Zustand seien, und man sich um den Löhner Bahnhof nicht kümmere. Ihn stören neben dem Gesamteindruck auch die fehlenden Parkplätze, die schlechten Durchsagen, der fehlende Service. "Was die Bahn sich rausnimmt, ist eine Unverschämtheit. Löhne ist bei der Deutschen Bahn auf dem Abstellgleis."
Martina Kütemann stören nicht nur die schlechten Parkmöglichkeiten. "Es wäre schön, wenn es ein windgeschütztes Wartehäuschen auf dem Bahnsteig geben würde." Schlecht findet sie auch, dass sich viele nicht an das Rauchverbot auf dem Bahnhof halten, weil es nicht kontrolliert wird.
Manuela Brökemeier ärgert sich regelmäßig über die fehlenden Toiletten. "Da sehe ich immer wieder Pfützen in den Ecken." Außerdem würde sie sich einen vernünftigen Kiosk und eine Bäckerei wünschen. Bedauerlich findet sie auch, dass manche Uhren nicht funktionieren und es fürs Gepäck kein Fließband gibt.
Sibylle Klaas sieht das größte Ärgernis im Fahrkartenautomat. Schwierig sei, dass nur ein Automat im Bahnhof steht. "Sobald sich einer mit dem Gerät nicht richtig auskennt, wird es eng." Außerdem sei der Automat oft defekt. "Es kommt immer wieder vor, dass der Automat kein Kleingeld oder nur genau passende Beträge nimmt. Und die Uhren gehen nach verschiedenen Monden."
Christos Triantafillidis fehlen wie vielen anderen Anrufern Toiletten, Fahrradständer und Parkplätze. Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass Behinderte nicht zum Bahnhof kommen "Der Löhner Bahnhof ist der schlimmste Bahnhof in OWL."
"Ein Ausbau ist nicht absehbar"
Bahnhofsmanager Martin Nowosad äußert sich zu den wichtigsten Punkten:
Zur besseren Überwachung wurde mit Unterstützung des Verkehrs-Verbundes OWL eine Kameraanlage installiert. Darüber hinaus gehen Bundespolizei und Landespolizei vermehrt Streife im Bahnhof. Dadurch konnten Vandalismusschäden bereits deutlich reduziert werden.
Eine personelle Besetzung ist für den Bahnhof Löhne – wie für alle vergleichbaren Bahnhöfe bundesweit, die vorwiegend von Pendlern genutzt werden – nicht vorgesehen.
Toiletten befinden sich nur an größeren Bahnhöfen, da aufgrund von fehlender Frequentierung in kleineren Stationen die Toilettenanlagen immer wieder zerstört werden.
Die Fahrkartenautomaten werden regelmäßig durch die DB gewartet und mit Wechselgeld versehen. Allerdings kann auch dadurch nicht verhindert werden, dass manchmal die Annahme von Geldscheinen verweigert wird und aufgrund von fehlendem Wechselgeld nur passend gezahlt werden kann.
Auf die Gefahren bei durchfahrenden Zügen wird durch den weißen Sicherheitsstreifen und durch Warnschilder hingewiesen.
Das Rauchverbot wird von unseren Mitarbeiten und den Sicherheitskräften überprüft, allerdings können wir Übertretungen nicht grundsätzlich verhindern.
Das Bahnhofsgebäude selbst und die Areale rund um den Bahnhof befinden sich nicht im Besitz der DBAG. Die unbefriedigende Parkplatzsituation kann daher nur mit der Stadt geklärt werden.
Ob sich der Betrieb eines Kiosks bzw. einer Bäckerei lohnt, muss vom Gebäudeeigentümer entschieden werden. Ein Vergleich mit ähnlichen Stationen zeigt, dass ein derartiges Angebot in Löhne wahrscheinlich nicht wirtschaftlich ist.
Der Bahnhof Löhne ist nicht mobilitätsgerecht ausgebaut. Das wird sich erst ändern, wenn der Bahnhof insgesamt umgebaut wird. Wann dies geschieht, ist nicht absehbar.
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