Diebe stehlen Apple-Rechner und Software / Zahlreiche Taten im Kreisgebiet / Polizei hat Hehlerbanden im Verdacht
Löhne. Die Branche ist derzeit arg gebeutelt. Auch Willi Rohlfing hält seine Druckerei in Löhne-Ort nur mit Mühe und Not in der Spur. Da war der Einbruch Sonntag-Nacht ein umso größerer Schock für den Familienbetrieb.
Als die Familie am Montag Morgen das eingeschlagene Fenster und die demolierten Stahltüren am rückwärtigen Teil des Firmengebäudes entdeckt, ist klar: Hier stimmt was nicht. Drinnen dann das böse Erwachen: Diebe haben drei Apple-Macintosh-Computer mitgehen lassen. Der wertvollste Teil der Beute ist allerdings die Software - Bildbearbeitungsprogramme etwa. Den Wert der gestohlenen Gegenstände schätzt die Polizei auf insgesamt rund 20.000 Euro.
"Auf welchen Kosten wir da noch hängen bleiben, wird sich zeigen", sagt Rohlfing. Noch Ende 2008 hatte er eine neue Vierfarb-Druckmaschine gekauft, wollte nach allzu mageren Geschäftsjahren, in denen der eine oder andere Kunde abgesprungen war, noch einmal ganz groß durchstarten.
Die große Investition sollte ein möglichst hohes Umsatzwachstum ausgleichen. Doch damit war es eher nichts im vergangenen Geschäftsjahr. "Wir können froh sein, wenn wir den Umsatz von 2008 halten." Und zu allem Übel kam dann noch der folgenschwere Einbruch am Wochenende.
Auffällig ist, dass derzeit im gesamten Kreis Herford zahlreiche Einbrüche zu verzeichnen sind. Geklaut wird, was sich auf dem Hehlermarkt absetzen lässt, sagt Polizeisprecher Rainer Koch. "Wir vermuten, es handelt sich um kleinere Hehlerbanden, die erst ihre Abnehmer suchen und dann die passende Ware stehlen."
Das seien meist Schülerbanden oder Drogenabhängige, die schnelles Geld bräuchten. "Das sind Gruppen wie jene, die früher Autoradios gestohlen haben." Bloß, dass die sich heute nicht mehr verkaufen lassen. Hinweise auf eine organisierte Banden-Struktur gebe es nicht, sagt Koch. Die gestohlene Ware werde gern bei Online-Auktionshäusern angeboten.